Geht der Schuss der FPÖ nach hinten los?
Rosenkranz könnte Präsident Fischer nützen
- Kann zum Antriebsmotor für den Amtsinhaber werden
- Experte: Rechte Gesinnung schadet den Freiheitlichen
·Rosenkranz alles
andere als "heilig"
NEWS: Schon vor Jahren aus Kirche ausgetreten
·Rosenkranz gegen das NS-Verbotsgesetz
"Auch absurde, skurrile Meinungen zulassen"
·Nichts Neues aus dem freiheitlichen Eck
Frau Rosenkranz lebt weiterhin im Gestern
·NEWS-Umfrage: 74 %
für Präsident Fischer
Wahlbeteiligung könnte auf 58 Prozent abstürzen
·Keine 'Kellernazis' in politischen Positionen
Kultusgemeinde schießt sich auf Rosenkranz ein
·Fehlende Konkurrenz erfreut Heinz Fischer
Neues Motto: "Unser Handeln braucht Werte"

Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz könnte bei der Wahl am 25. April zum Antriebsmotor für Amtsinhaber Heinz Fischer werden. Fischers größtes Problem sei die Mobilisierung und diese könnte durch Rosenkranz verstärkt werden, sagte Politikberater Thomas Hofer.
Die aktuelle Diskussion um das Verbotsgesetz und Rosenkranz' rechte Gesinnung könne der freiheitlichen Kandidatin gerade in den von der FPÖ anvisierten bürgerlichen Schichten schaden, meint Hofer. Diese würden zwar nicht in Scharen zu Fischer laufen, die Diskussion sei aber ein Argument für jene, die ein Zeichen setzen wollen. Wenn Fischer diese nützt und Emotion hineinbringe - etwa mit einem klaren Bekenntnis Richtung NS-Verbotsgesetz -, könnte ihm das Stimmen bringen.
Rosenkranz ist für Hofer nämlich "nicht die ideale Kandidatin" für das bürgerliche Lager, nicht nur wegen der Forderung nach Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes. So stünden ÖVP-Wähler auch der EU am positivsten gegenüber, während Rosenkranz eine prononcierte Anti-EU-Linie vertrete. "Da geht die Strategie nicht zusammen", so Hofer. Die Teilbereiche, die Rosenkranz vertritt, wie wertkonservativ und traditionsbewusst, decken nur einen kleinen Teil der ÖVP-Wählerschaft ab.
Nützlich für Fischer wäre eine höhere Wahlbeteiligung, Rosenkranz hingegen werde besser abschneiden, wenn die Beteiligung niedrig bleibe, meint der Politikberater. Ein Interesse an einer niedrigen Wahlbeteiligung hat nach Ansicht Hofers auch die ÖVP. Der Politik-Experte glaubt daher, dass die Volkspartei versuchen werde, möglichst viele eigene Themen hochzuziehen. Aus dem Wahlkampf werde sich die ÖVP aber heraushalten, da aus jeder Stellungnahme eine Wahlempfehlung abgeleitet werden könnte, so Hofer.
(apa/red)
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