Mittwoch, 3. März 2010

Als Heinz Fischer die ÖVP-Serie beendete:
Erster erfolgreicher SPÖ-Kandidat seit 1980

  • Setzte sich 2004 gegen Benita Ferrero-Waldner durch
  • Fiedler & Erwin Pröll waren auch damals im Gespräch

Mit 52,39 Prozent im Duell gegen die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner eroberte Heinz Fischer am 25. April 2004 die Hofburg. Er war damit der erste erfolgreiche SPÖ-Kandidat seit der Wahl 1980, wo Rudolf Kirchschläger souverän die Wiederwahl gewann. In den 18 Jahren zwischen 1986 und 2004 - über drei Wahlen hinweg - kamen die Bundespräsidenten aus den Reihen der ÖVP. Kurt Waldheim und Thomas Klestil waren allerdings auch die einzigen ÖVP-Kandidaten, die jemals Bundespräsidentenwahlen gewannen. Denn von den bisher sieben gewählten Staatsoberhäuptern gehörten fünf der SPÖ an.

Die Wahl 2004 brachte das fünfte rot-schwarze Duell der Zweiten Republik (von insgesamt bisher elf Wahlgängen). Und wie in all diesen Duellen setzte sich auch bei der bisher letzten Präsidentenwahl der SPÖ-Kandidat durch.

"Ausgleich" gewünscht
Dies, obwohl vor fünf Jahren die FPÖ-Spitze ihre Unterstützung für die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner kundtat. Was damals allerdings kein wirkliches Plus war: Denn die vorige Bundespräsidentenkür fand noch unter der schwarz-blauen Bundesregierung statt, wo die FPÖ ja ständig massive Wahlverluste einfuhr. Mit der Wahl Fischers bestätigten die Österreicher damals auch den ihnen nachgesagten Hang zum "Ausgleich" unter den hohen Staatsämtern.

FPÖ und Grüne hatten 2004 auf die Nominierung eines Kandidaten verzichtet. Die FPÖ hätte gerne Ex-Rechnungshof-Präsidenten Franz Fiedler als "unabhängigen Kandidaten" unterstützt, aber der sagte nach langem Hin und Her ab. Andere unabhängige Kandidaten schafften es nicht, die erforderlichen 6.000 Unterstützungserklärungen zu sammeln.

Kirchschläger als Maßstab
Fischers Ergebnis von 52,4 Prozent ist unter den SPÖ-Kandidaten das beste beim Erstantritt - liegt aber unter denen der ÖVP-Kandidaten Kurt Waldheim (53,9 Prozent in der Stichwahl 1986) und Thomas Klestil (beim ersten Antreten 56,9 Prozent in der Stichwahl 1992). Für eine Wiederwahl liegt die Latte seit 1980 sehr hoch: Da schaffte der von der SPÖ nominierte Rudolf Kirchschläger fast 80 Prozent. Die ÖVP hatte damals auf eine Nominierung verzichtet.

Fischer verdankte seinen Sieg über Ferrero-Waldner 2004 einerseits dem herausragenden Abschneiden in seiner Heimatstadt Wien (65,40 Prozent) - und andererseits der Tatsache, dass er in drei "schwarzen" Ländern, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark (wo im Jahr darauf die SPÖ bei der Landtagswahl den Machtwechsel schaffte) vorne lag.

Pröll auch damals im Gespräch
Die vom damaligen Parteichef Wolfgang Schüssel ins Rennen geschickte Außenministerin Ferrero-Waldner stieß auch unter den ÖVP-Anhängern nicht auf ungeteilte Zustimmung. So ergab eine Wählerstromanalyse, dass ungewöhnlich viele ÖVP-Anhänger, fast 100.000, "weiß" wählten, also zwar zur Wahl gingen, aber den Stimmzettel nicht oder ungültig ausfüllten. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll war übrigens - wie heuer - auch schon damals vorübergehend als ÖVP-Kandidat im Gespräch.

(apa/red)

3.3.2010 14:13
nonaned, 19. 03. '10 20:51
Als Heinz Fischer die ÖVP Serie beendete
100.000 ÖVP-Anhänger wählten damals weiss, wieviele werden es dann diesmal sein? Zur Zeit ganz aktuell: der als Mörder verurteilte Udo Proksch, wie hat sich da der heutige Bundespräsident verhalten? Ich lese: "Um seinen Sieg über die Justiz zu feiern, lud Proksch seine engsten Freunde in den Club 45 ein. Auch Wissenschaftsminister Fischer eilte herbei und stellte seinen "Sinn für Gerechtigkeit" unter Beweis. Er umarmte seinen Freund, den Massenmörder und rief mit Tränen in den Augen aus: "Schön, dass du wieder da bist!" In Prokschs Gästebuch schrieb er: Qousque tandem abutere patientia nostra?" Wie lange wird man noch unsere Geduld missbrauchen?" - das frag ich mich auch. Auch der hochgeschätzte Amtierende hat eine Vergangenheit!
Woppo, 05. 03. '10 00:14
Klestil hat der Ferraro mit seiner verlogenen heilen Familie
den Sieg gekostet, aber Ferraro war selbst jahrelang verheiratet,und hat dann die Ehe annolieren lassen,wahrscheinlich war es eine Josefsehe und wurde nie vollzogen ,da sieht mann,mit Geld kann man alles regeln !