Rosenkranz gegen das NS-Verbotsgesetz:
'Auch absurde, skurrile Meinungen zulassen'
- Scharfe Kritik der Grünen an der Hofburg-Kandidatin
- Wallner: 'Rosenkranz verharmlost NS-Verbrechen'

·Keine 'Kellernazis' in politischen Positionen
Kultusgemeinde schießt sich auf Rosenkranz ein
·Fehlende Konkurrenz erfreut Heinz Fischer
Neues Motto: "Unser Handeln braucht Werte"
Scharfe Kritik an der Kandidatin der FPÖ für das Bundespräsidentenamt, Barbara Rosenkranz, hat der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Stefan Wallner, geübt. Rosenkranz komme aus der rechtesten Ecke und verharmlose NS-Verbrechen. Wer "am Verbotsgesetz rüttelt" und das Leugnen von Gaskammern mit freier Meinungsäußerung gleichsetze, sei nicht für das Präsidenten-Amt geeignet.
Rosenkranz sprach sich im Ö1-Morgenjournal für eine Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes aus, da man auch "absurde, skurrile und verwerfliche Meinungen zulassen" müsse. Außerdem trat sie zur Verteidigung ihres Gattens Horst Jakob, der in der rechten Szene als Schlüsselfigur gesehen wird, an: "Mein Mann gibt eine Zeitung heraus, in der sehr reputierliche Leute schreiben." Auf die Frage, ob sie selbst bezweifle, dass es Gaskammern in Konzentrationslagern der Nazis gegeben habe, antwortete die FPÖ-Politikerin: "Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war - das ist also mein Wissen von der Geschichte, und ich daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen."
FPÖ-Generalsekretär Vilimsky wies in der ZIB 24 im ORF die Kritik der Grünen zurück und betonte, Rosenkranz sei "heimatbewußt" und "alles andere als rechtsextrem". Mit ihr würden "österreichische Interessen wieder prioritär behandelt". Vilimsky zeigte sich optimistisch für ein gutes Abschneiden der FPÖ-Kandidatin, da durch das Fehlen eines ÖVP-Kandidaten viele ÖVP-Wähler "auf dem Markt" seien. Zuvor hatte Vilimsky 25 Prozent für Rosenkranz als möglich bezeichnet, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach sogar von 35 Prozent.
"Identität" statt Zuwanderung
Rosenkranz will in ihrem Wahlkampf ganz auf der FPÖ-Schiene fahren. So werden die Themen Europäische Union und Einwanderung ganz oben auf der Agenda stehen, kündigte sie an. Auch eine Wertedebatte über die Familie kündigte die zehnfache Mutter an. Dem Amt des Bundespräsidenten will sie mehr Kompetenzen geben. Auch die Frage der Zuwanderung will Rosenkranz thematisieren - staatstragender heißt es nun "über die Identität des Landes diskutieren".
Zu Kritik der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, die Rosenkranz als "Kellernazi" bezeichnet hatte, meinte Strache: "Niemand in der Partei lässt sich von einer derart unfassbaren Meldung provozieren." Rosenkranz selbst sprach von einer "bedauerlichen Aufregung". Die Österreicher würden bestimmen, wer gewählt wird. (apa/red)
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