Keine 'Kellernazis' in politischen Positionen:
Kultusgemeinde attackiert FPÖ-Rosenkranz
- 'Ist eine Verhöhnung der 65.000 ermordeten Juden'
- Strache: '35 Prozent sind für Rosenkranz möglich'
FPÖ-Politikerin kandidiert für Bundespräsidentenamt

·FPÖ: Rosenkranz geht
ins Präsidentenrennen
Parteichef H.-C. Strache verzichtet auf Kandidatur
·Fehlende Konkurrenz erfreut Heinz Fischer
Neues Motto: "Unser Handeln braucht Werte"
·Sexhotline-Besitzer, Spaßvögel und Co.
Diese Kandidaten haben die Hofburg vor Augen
Unmittelbar vor deren offizieller Bestellung durch die Parteigremien hat die Israelitische Kultusgemeinde die FPÖ-Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl, Barbara Rosenkranz, scharf kritisiert. "Wir können nicht akzeptieren, dass in Österreich nach dem Dritten Präsidenten des Nationalrates weitere politische Positionen des Landes von 'Kellernazis' besetzt werden."
Das Antreten von Rosenkranz sei eine "Verhöhnung 65.000 in der Schoah ermordeter österreichischer Juden". Die IKG gebe keine Wahlempfehlungen ab, betonten Präsident Ariel Muzicant und Generalsekretär Raimund Fastenbauer. Zur Kandidatur von Rosenkranz könne man aber nicht schweigen - regelmäßig komme es zu rechtsextremen Äußerungen, von jenen ihres Ehemannes habe sie sich bisher nicht distanziert.
In jedem anderen Land Westeuropas hätte diese Kandidatur zu einem "Aufschrei" und zu "scharfen Protesten" geführt, zeigten sich Muzicant und Fastenbauer überzeugt. Man rufe deshalb alle Österreicher, aber auch Medien, Kirchen, NGO und Parteien auf, das Antreten von Rosenkranz "nicht als 'Betriebsunfall' hinzunehmen".
Strache: "Starten bei 35 Prozent"
Nachdem FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky die Latte für Barbara Rosenkranz auf 25 Prozent gelegt hat, legt Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache noch einmal kräftig nach: "Summa summarum kann man davon ausgehen, dass wir bei 35 Prozent starten", sagte er vor der FPÖ-Vorstandssitzung, bei der Rosenkranz dann offiziell zur Kandidatin gekürt wurde.
(apa/red)
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