BZÖ hat keinen Hofburg-Kandidaten: Kein oranger Anwärter auf das Präsidentenamt
- Bucher gibt aber auch keine Wahlempfehlung ab
- BZÖ-Obmann will kein "Pseudo-Gegner" Fischers sein

Das BZÖ wird nicht bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April antreten. Nach rund dreistündigen Beratungen im Bündnisteam gab Obmann Josef Bucher die Entscheidung gegen einen Kandidaten in Orange bekannt. Wahlempfehlung werde das BZÖ auch keine abgeben, sagte er im Anschluss an die Sitzung vor Medienvertretern.
Bucher hat den Verzicht auf eine Kandidatur damit begründet, dass er keinen "Pseudo-Gegner" zu Heinz Fischer abgeben möchte und eine bürgerliche Plattform mit der ÖVP fehlgeschlagen sei. "Ich werde Druck machen, dass man das Amt überdenkt", erklärte er nach der Sitzung des Bündnis-Teams. "Man sollte darüber nachdenken, wo es Reformbedarf gibt, über die Funktion, die Bedeutsamkeit, die Schwachstellen und die Kosten."
Bucher möchte nicht in ein Rennen gehen, das keine Aussicht auf Erfolg habe: "Jeder Cent ist ein verlorener Cent. Es geht mir um die Reform des Amtes." Geld verlieren würde die Partei umso mehr, als es bei Bundespräsidentschaftswahlen keine Rückerstattung der Wahlkampfkosten gibt.
"ÖVP stößt Wähler vor den Kopf"
Dass die ÖVP auf eine Kandidatur verzichtet, bezeichnete der orange Parteichef als "strategisch schweren Fehler: Die ÖVP stößt die Wähler vor den Kopf." Bucher wusste von ratlosen ÖVP-Wählern zu berichten, die sich per E-Mail oder telefonisch bei ihm nach einer Wahlempfehlung erkundigt hätten. Eine solche will er aber nicht abgeben. Bucher rechnet mangels Alternative mit einer niedrigen Wahlbeteiligung. Er selbst werde wählen gehen und plant eigenen Aussagen zufolge am 25. April überdies die Teilnahme an einem Wandertag.
Generalsekretär Stefan Petzner forderte, dass die freiheitliche Kandidatin Barbara Rosenkranz ihre parteipolitischen Funktionen zurücklegt. "Es ist falsch, dass das Amt missbraucht wird, um Parteipolitik zu machen." Darüber hinaus ist Petzner für die Offenlegung sämtlicher Wahlkampfkosten sowie der Unterstützer.
Nationalratswahl als "Meisterprüfung"
Nach Buchers Ansichts sollten "alle politischen Parteien sich sorgfältig überlegen, wie viele Mittel sie für einen Pseudo-Wahlkampf aufwenden, denn das ist nur eine Prozentfeststellung". Sein erklärtes Ziel sei es, das BZÖ bis zur nächsten Nationalratswahl klar zu positionieren: "Dafür werde ich mich stark machen. Die Nationalratswahl ist meine Meisterprüfung."
Laut internen Umfragen hätte man das Potenzial für über zehn Prozent der Stimmen, so Bucher. Er räumte aber ein, dass man nur mit einer bürgerlichen Plattform eine Chance gehabt hätte, Heinz Fischer Paroli zu bieten. "Der bürgerliche Wähler wird im Regen stehen gelassen. Wir haben alles versucht, die ÖVP hat's vermasselt."
(apa/red)
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