Donnerstag, 4. März 2010

Nur Zores mit den Studentenvertretern:
Ministerin Karl wird mit 'Buh'-Rufen bedacht

  • Ministerin will Unis bei Lehrplan Vorschriften machen
  • Bekenntnis zu Studiengebühren und Einstiegstests

Beim ersten Zusammentreffen von Beatrix Karl und der Studentenprotestbewegung haben der Wissenschaftsministerin sowohl die ehemaligen Hörsaalbesetzer als auch die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die Dialogbereitschaft abgesprochen und einen Ausstieg aus dem Hochschuldialog angekündigt. Auf die Forderung der Studenten, die Lehre zu verbessern, kündigte Karl erneut eine Entrümpelung der Studienpläne an. Dafür würden derzeit Empfehlungen an die - eigentlich autonomen - Unis erarbeitet. Sollten diese nicht berücksichtigt werden, kann sich Karl allerdings auch vorstellen, "klare gesetzliche Richtlinien" festzulegen.

Den Hochschuldialog, den Ex-Wissenschaftsminister Johannes Hahn infolge der Studentenproteste initiiert hatte, will Karl weiterhin nicht aufgeben. Die Ergebnisse wären "wichtige Empfehlungen für ihr weiteres politisches Handeln", betonte sie. Sie habe auch vor, das Parlament einzubinden.

ÖH-Chefin Sigrid Maurer (GRAS) warf Karl vor, dass ihr Ministerium keinerlei Visionen habe, die Studenten würden die gesamte Arbeit erledigen. Sie erwog wie auch Martina Pfingstl, Senatsvorsitzende an der Akademie der Bildenden Künste und Hörsaalbesetzerin der ersten Stunde, aus dem Dialog auszusteigen.

Unmut über Eignungstests
Karls prinzipielles Bekenntnis zu Studiengebühren wurde von den rund 350 Anwesenden wie zu erwarten mit Buh-Rufen quittiert, ebenso ihre Bekräftigung, dass in Massenfächern Zugangsvoraussetzungen sinnvoll wären. Das Prädikat "Kindergarten" verlieh einer der Anwesenden Karls Vorschlag, dass Studenten in den nicht beschränkten Fächern vor der Inskription einen freiwilligen Eignungstest absolvieren sollen.

Einen Schritt aufeinander zu machten unterdessen Karl und der Vertreter der Lektoren am Podium, Theaterwissenschafter Christian Cargnelli. Die Ministerin sprach sich gegen das Modell der Senior Lecturers aus, bei dem Nachwuchswissenschafter zu einer gewissen Stundenanzahl an Lehre verpflichtet werden. "Da schneiden wir wissenschaftliche Karrieren ab, weil wir sie in die Lehre stecken." Gleichzeitig müsse aber auch die Lehre wieder mehr Wertschätzung an den Unis erfahren.

Die ehemaligen Hörsaalbesetzer, die Karl immer wieder mit Zwischenrufen oder dem Quietschen von Luftballons unterbrachen, forderten unterdessen "mehr Lehrende" und "mehr Geld". Die Ministerin ließ die Anfeindungen relativ entspannt über sich ergehen. Wiederholt wurde auch Karls Qualifikation als Ministerin infrage gestellt, ihr Abgang nach Ende der Veranstaltung wurde von "Rücktritt"-Rufen begleitet.
(apa/red)

4.3.2010 20:56
MyHomebound, 05. 03. '10 12:46
Buh-Schmarotzer
Als ich die "Auftritte" der Studenten im ORF gegenüber der Frau Minister sah und hörte, war ich entsetzt. DAS soll unsere "Geistige ELITE" sein ?!!! BUH-Rufen: Note I, Ausdrucksweise, Artikulation und Benehmen: Note: Unter jeder SAU.... primitivste Schublade. Genauso wie die Uni NACH derDemo ausgesehen hat - SAUSTALL (ich entschuldige mich bei den Schweinen) nur anmassend
sidestep, 06. 03. '10 09:25
Re: Buh-Schmarotzer
Ich wollte hier auch einen Kommentar schreiben. Sie haben mir die Arbeit abgenommen. Hier ist kein Wort zuwenig und keines zuviel. Genau das ist meine Meinung auch und die vieler Bürger. Beim Hahn haben sie sich aufgeregt, dass er das Gespräch verweigert hat. Wenn man sah, wie sich dieses Gesindel gegenüber der Ministerin benommen hat, dann wundert es mich nicht, dass es damals eine Gesprächsverweigerung gab. Ich wundere mich nur, dass die Ministerin nicht aufgestanden ist und diesem Gesindel, auf dieser Basis das Gespräch verweigert hat. Schlimm, schlimmer, Studentengesindel!
Vasant, 04. 03. '10 20:11
Und alle Schmarotzer die "BUH" schreien ...
sollten eigentlich besser hackeln gehen, weil die sind
mit Sicherheit in jeder Uni fehl am Platz! Um wirklich
motivierten und geistig gehobenen das Studieren zu
erleichtern, muss man halt die Schmarotzer nun ganz
einfach rausfiltern.

Wer nicht begreift worum es bei dem Eignungstest
geht, der hat sowieso nichts an einer Uni verloren!
nike1982, 04. 03. '10 09:12
ja ja, die geister die ich rief...
...irgendwie entwickelt sich das immer mehr in die gegengestze richtung als sie wollten. sehe zugangsbeschränkungen aber durchaus ein. tja, hätten sich die studenten damals nicht wie kaspal aufgeführt hättens vielleicht mehr rausgholt. ich diskutier lieber sachlich und mit beiderseitigen respekt für den jeweils anderen als mit jemanden der als clown verkleidet zur verhandlung kommt. für mich ist das einfach nur respektlos und lächerlich. tja liebe studenten, ihr habt es selbst verbockt also steht dazu