Militärmanöver der USA in Südkorea:
Nordkorea rasselt erneut mit den Säbeln
- Nordkorea: Atom-Schlagkraft ohne Gnade einsetzen
- Die Militärübung kommt einem Atomwaffenspiel gleich

Vor dem jährlichen Militärmanöver der in Südkorea stationierten US-Streitkräfte hat Nordkorea erneut mit einem Atomangriff sowie nuklearer Aufrüstung gedroht. "Die Militärübung kommt einem Atomwaffenspiel gleich", zitierte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA einen ranghohen Militär des kommunistischen Landes. "Wir, Nordkorea, werden unser nukleares Abschreckungspotenzial zur Selbstverteidigung verstärken."
Nordkorea werde seine Atom-Schlagkraft notfalls auch "ohne Gnade" einsetzen, da es sich nicht mehr an das Waffenstillstandsabkommen gebunden fühle, das den Korea-Krieg (1950-53) beendete. Offiziell ist bislang noch kein Friedensvertrag geschlossen worden.
US-Militärmanöver
An den Truppenübungen vom 8. bis 18. März nehmen rund 10 000 in Südkorea stationierte US-Soldaten teil. Zusätzlich sollen 8000 US-Soldaten nach Südkorea eingeflogen werden. Solange diese Manöver weitergingen, seien Gespräche mit den USA und Südkorea bedeutungslos, erklärte der nordkoreanische Militärvertreter. Das Manöver ist nach Angaben beider Bündnispartner ausschließlich "verteidigungsorientiert". Nordkorea hat in der Vergangenheit die gemeinsamen Übungen regelmäßig als Angriffsvorbereitung kritisiert.
Die jüngste Drohung Nordkoreas kommt zu einer Zeit verstärkter diplomatischer Bemühungen, die Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederzubeleben. Der chinesische Beauftragte im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, hatte zwar am Freitag in Peking erklärt, Nordkorea wolle noch vor Juli an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ein fester Termin ist dennoch weiterhin nicht in Sicht. Nordkorea hatte die seit 2003 laufenden Atomgespräche, an denen neben den Südkorea, den USA und China noch Russland und Japan teilnehmen, vor gut einem Jahr abgebrochen.
(apa/red)
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