Donnerstag, 4. März 2010

Iraker gehen auch in Österreich zur Urne:
"Out of Country Voting" für Parlamentswahl

  • Wahlzentrum in Wien19 hat seit heute geöffnet
  • 6.200 Kandidaten für das irakische Parlament

Die Unabhängige Wahlkommission im Irak (IHEC) hat in 16 Ländern, darunter Österreich, ein "Out of Country Voting" (OCV) für die am 7. März stattfindenden Parlamentswahlen organisiert. Irakische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger haben von heute bis Sonntag die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben, wie das Büro der Kommission bekanntgab.

Die Wahlberechtigten können ihre Stimme in Wien im Wahlzentrum 19., Mooslackengasse 17 (bei der U4-Station Heiligenstadt) in der Zeit von 8-18 Uhr abgeben. Das OCV-Programm wird in 16 Ländern in über 120 Wahlzentren durchgeführt: Australien, Ägypten, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Iran, Jordanien, Kanada, Libanon, Niederlande, Österreich, Schweden, Syrien, Türkei, USA und Vereinigte Arabische Emirate.

Häftlinge und Patienten zuerst
Die Parlamentswahl hat bereits gestern, Donnerstag begonnen. Mehrere Hunderttausend Menschen können bereits drei Tage vor der allgemeinen Abstimmung ihre Stimme abgeben, unter ihnen Häftlinge, Krankenhauspatienten sowie alle Sicherheitskräfte, die für einen friedlichen Verlauf der Wahl sorgen sollen. Dann sind insgesamt 19 Millionen Iraker aufgerufen, ein Parlament und eine neue Regierung zu bestimmen. Interessantes Detail am Rande: Um zu verhindern, dass jemand mehrmals wählt, müssen die Wähler ihren Zeigefinger in farbige Tinte tauchen, die angeblich drei Tage hält (siehe Bild links).

Um die 325 Parlamentssitze bewerben sich etwa 6.200 Kandidaten. Bereits am Donnerstag herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. In der Provinz Anbar verhängten die Behörden aus Angst vor Anschlägen am Morgen ein Fahrverbot. In der Stadt Bakuba waren tags zuvor bei Selbstmordanschlägen 32 Menschen getötet worden.

(apa/red)

4.3.2010 13:31