Wem vertrauen die Österreicher? Polizei
schneidet besser ab als unsere Politiker
- Studie: Schlechte Noten für Kirche, Regierung und EU
- Ehe wird weiterhin als sicherer Hafen angesehen

·Die Österreicher
wollen mehr mitreden
Deutlicher Wunsch nach mehr Volksabstimmungen
·Wem schenken wir unser Vertrauen?
Studie: Polizei schneidet besser ab als Politiker
·Opposition sagt Ja zur Nulllohnrunde
Politiker-Gehälter sollen 2011 unverändert bleiben
·Regierung zeigt sich als reformresistent
RH-Präsident kritisiert
mangelnden Reformwillen
·WKÖ-Präsident Leitl gegen Steuererhöhung
Fordert Einsparungen bei Verwaltung & Gesundheit
·Ein 'Zukunftspakt' als
Reformbeschleuniger
Wifo-Chef wüsste, wie man Sparpaket bewältigt
Wem können wir vertrauen? Nach einer Studie des Magazins Reader's Digest setzen die Österreicher wesentlich mehr Vertrauen in die Polizei als in unsere Politiker. Während das Ansehen von Wirtschaft und Politik unter der Finanzkrise leidet, genießen Institutionen wie Exekutive, Justiz, Öffentlicher Dienst, aber auch der Umweltschutz großes Vertrauen bei den Österreichern. Kirche, Bundesregierung und Europäische Union verzeichnen dagegen über mehrere Jahre hinweg deutliche Vertrauensverluste.
Zwar musste die Institution der Ehe auch Vertrauenseinbußen verkraften, bleibt aber ein sicherer Hafen in Österreich: Der Vertrauenswert der offiziell besiegelten Zweisamkeit bewegt sich mit 73 Prozent im europäischem Spitzenfeld, so die aktuelle Studie. Reader's Digest ermittelte die vertrauenswürdigsten Institutionen und Marken in 16 europäischen Ländern. Allein in Österreich beteiligten sich mehr als 900 Konsumenten.
Polizei top, Kirche floppt
78 Prozent der Befragten haben der Polizei 2010 ihr Vertrauen ausgesprochen - dies sind sogar zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2003, als die Studie erstmals in Österreich durchgeführt wurde. Die Kirche verzeichnete in diesem Sieben-Jahres-Zeitraum einen moderaten Rückgang ihres Vertrauenswerts von 40 Prozent auf 37 Prozent.
Schlechte Noten für Bundesregierung und EU
Das Vertrauen der Österreicher in ihre Bundesregierung und die Europäische Union ist hingegen über die Jahre deutlich zurückgegangen. 2003 kam die EU noch auf einen Vertrauenswert von 43 Prozent, heute sind es 29 Prozent. Ähnlich die Entwicklung bei der Bundesregierung: Ihr Vertrauenswert beläuft sich 2010 auf 21 Prozent gegenüber 30 Prozent im Jahr 2003. Selbst das Internet, dessen Inhalte bekanntlich nur bedingt verlässlich sind, genießt mit einem Wert von 34 Prozent mehr Vertrauen. Auch die Banken können sich mit 36 Prozent besser in der Vertrauensrangliste platzieren.
Mit Vertrauenswerten von zwölf Prozent bzw. sieben Prozent landen Werbung und Politik einmal mehr auf den beiden letzten Plätzen.
Der Öffentliche Dienst erzielt in Österreich einen europaweiten Spitzenwert, nämlich 50 Prozent. Der europäische Durchschnitt für das Vertrauen in den Öffentlichen Dienst liegt bei 33 Prozent.
(apa/red)
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