Freitag, 5. März 2010

Killer-Quargel auch an Sozialmärkte verschickt: Käse bis Ende Jänner in Regalen

  • Produkte am 25. Jänner aus Verkauf genommen
  • Filialleiterin: Keine gesundheitlichen Schäden bekannt

Quargel des steirischen Herstellers Prolactal ist auch bei SOMA Sozialmarkt in den Regalen gewesen. Eine Filialleiterin in St. Pölten berichtete auf Anfrage von Lieferungen der Firma Ende Oktober 2009 und Mitte Jänner dieses Jahres. Nach Hinweisen auf möglicherweise gesundheitsschädliche Bakterien seien die Produkte mit 25. Jänner aus dem Verkauf genommen worden, fügte sie hinzu.

Von Beeinträchtigungen durch den Verzehr des Quargels sei bei SOMA nichts bekannt, sagte die Filialleiterin. Das gelte auch für andere Filialen. Mit 18. Februar gab es auf der SOMA-Homepage auch eine Warnung, wonach Listeriose-hältiger Quargel zu entsorgen sei. Der Hinweis sei in den Filialen ebenfalls ausgehängt worden.

SOMA-Kundin erstattete Anzeige
Die Tageszeitung "Heute" hat von einer niederösterreichischen Invaliditätspensionistin berichtet, die Ende Oktober zehn Packungen Quargel in der St. Pöltener SOMA-Filiale gekauft habe. Die Frau habe im Februar Anzeige bei der Polizei erstattet, als sie von Listerien in dem Käse erfahren habe. Und sie habe sich die Frage gestellt, warum ausgerechnet diese Produkte schon Ende Oktober an Sozialmärkte geliefert worden seien.

Aus dem Hartberger Werk der Firma Prolactal hieß es dazu, dass die Weitergabe der Käsesorte an Sozialmärkte auf Ersuchen dieser Einrichtungen erfolgt sei. Es habe sich dabei um einwandfreie Ware gehandelt, die auch noch lange vor dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit geliefert worden sei, teilte ein Sprecher mit. Nicht SOMA habe angefragt, sondern der Hersteller "um den 19. Oktober 2009 Restmengen von Quargel" angeboten, widersprachen hingegen die Sozialmärkte der Darstellung von Prolactal.

(apa/red)

5.3.2010 12:54
galileo2, 04. 03. '10 18:55
was macht eigentlich
unser roter Gesundheitminister? ach so, der ist untergetaucht u sitzt die sache mit 8 toten aus. rote brut.
E-F-V, 04. 03. '10 13:52
Die entscheidende Frage ist:
Wer hat den Quargel an die Sozialmärkte geliefert? Der Hersteller? Oder eine Handelskette? Und wusste derjenige über den Listerienbefall Bescheid? Wenn ja, dann ist das wohl zumindest Gemeingefährdung, wenn nicht gar Körperverletzung, und zwar vorsätzlich.

Ein Interview mit der Aufdeckerin der Sache gibt's übrigens hier:

http://tinyurl.com/y8hv2p9