Mittwoch, 3. März 2010

Fallschirmsprung endet für Soldat tödlich:
Justiz prüft, ob Fremdverschulden vorliegt

  • Tirol: Schirm öffnete sich nicht. Ursache unbekannt
  • Verunglückter hat mehr als 300 Sprünge absolviert

Nach dem tödlichen Fallschirmunfall bei einer Bundesheerübung in Nikolsdorf in Osttirol (Bezirk Lienz) hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. "Wir haben den Schirm sichergestellt und prüfen, ob etwaiges Fremdverschulden vorliegt", erklärte ein Sprecher des Staatsanwaltschaft. Diese Vorgehensweise sei bei einem derartigen Ereignis "üblich". Die Erstellung eines Gutachtens könne bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen.

Indes laufen die Ermittlungen der heeresinternen Untersuchungskommission laut Michael Berger vom Verteidigungsministerium auf Hochtouren. "Wir überprüfen derzeit alle internen Abläufe", sagte der Sprecher. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob alle Vorschriften eingehalten wurden und wie sich der Tagesablauf bis zum Unglück gestaltete. Für die Fallschirmspringer gebe es beispielsweise unterschiedliche Richtlinien. Je erfahrener die Springer sind, desto weniger rigoros ist die Überprüfung durch einen zweiten. "Bei unerfahrenen Flugschülern muss die gesamte Zeit jemand danebenstehen und den Vorgang überwachen", erläuterte Berger.

Verunglückter über 300 Sprünge absolviert
Die Untersuchungskommission des Bundesheeres bestehe aus einem Arzt, einem Sicherheitsexperten, einem Sprunglehrer und einem Juristen. Der Verunglückte hatte seit 2001 bereits mehr als 300 Sprünge absolviert. Der verwendete Fallschirm war Heeresangaben zufolge ein Flächengleiter, der weltweit im Einsatz sei und dem "modernsten Stand der Technik" entspreche. Die Geräte würden nach 100 Sprüngen bzw. einmal jährlich kontrolliert und gewartet.

Der 28-jährige Burgenländer war im Luftraum des Flugplatzes Nikolsdorf bei einem Jagdkommandokurs aus einer PC-6 gesprungen. Auf einer Höhe von rund 1.100 Metern hatte sich der Fallschirm aus bisher unbekannter Ursache nicht geöffnet, auch der Reserveschirm hatte versagt. Ein Notarzt konnte dem Mann nicht mehr helfen.

(apa/red)

3.3.2010 11:21