Mittwoch, 24. Februar 2010

Sinkende Solidarität: Markus R. Leeb
über streikende Topverdiener

  • Es wird für Gehälter gestreikt, obwohl Jobs wackeln
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Ganz Österreich hat mitgezittert, als es um den Verkauf „unserer“ Austrian Airlines an die Lufthansa ging. Nach wie vor genießt die AUA zu Recht einen guten Ruf. Einen enormen Beitrag dazu leisten die Flugbegleiter, die trotz aller Turbulenzen im Cockpit die österreichische Freundlichkeit repräsentieren. Gefahr orte ich jedoch aus dem Cockpit.

In Deutschland regt sich bereits deutlicher Unmut: „Streik für noch mehr Geld“ oder „Streiken für Privilegien“ lauten nur zwei Schlagzeilen, die ein Bauchgefühl auf den Punkt bringen: Hier übertreibt es eine Berufsgruppe, meinen viele. Sucht man nach einem Vergleich für die sechsstelligen Jahresgehälter, so landet man bei anderen Branchen schnell in der Geschäftsführung. Die Bezahlung ist also ganz ordentlich. Natürlich steht den Piloten ihr vertraglich zugesichertes Gehalt zu. Die Frage ist nicht, ob sie im Recht sind. Vielmehr ist es eine Frage des Anstands und der Zumutbarkeit. Denn hier kämpfen die Giganten einer Branche ums Überleben. Heute wird für Gehälter gestreikt, während Arbeitsplätze wackeln. Dass eine Bevölkerung, die zum Großteil aufgrund der Krise finanzielle Einbußen spürt, da wenig solidarisch ist, sollte zu denken geben. Auch den AUA-Piloten, die derzeit über ihre Gehälter und eventuelle Forderungen nachdenken.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

24.2.2010 13:27
brabus, 01. 03. '10 10:39
Streikende Topverdiener
Man kann sicher nicht alle Topverdiener in einen Topf werfen: Piloten, die für Leib und Leben ihrer Passagiere verantwortlich sind und dafür ein entsprechendes Gehalt beziehen sind kaum zu vergleichen mit zB Finanzmanagern die die Welt in eine Krise gestürzt haben und trotzdem ihre Bonuszahlungen (auch gerichtlich) beeinspruchen und erhalten. Verantwortlichkeit hat ihren Preis, sofern sie tatsächlich wahrgenommen wird.