Freitag, 26. Februar 2010

Quelle-Verkauf an Lielacher ist gescheitert:
Anwälte kritisieren Angebot des Ex-Bankers

  • Offert von 35 Mio. Euro sei "völlig undiskutabel"
  • Endgültiges Aus für Versandhändler ist besiegelt

Das Aus für den insolventen Linzer Versandhändler Quelle ist besiegelt. Wie die Masseverwalter bekanntgaben, scheiterten die Verhandlungen mit dem ehemaligen Investmentbanker Mike Lielacher. Das letzte Angebot - ein Kaufpreis von 35 Mio. Euro - habe sein "wahres Gesicht gezeigt", kritisierten die Anwälte.

"Mir kommt vor, Lielacher spekuliert damit, nur mit Arbeitsplätzen winken zu müssen, um das Quelle-Vermögen auf Kosten der Konkursgläubiger fast geschenkt zu bekommen", erklärte Masseverwalter Erhard Hackl. Nach mehreren Verhandlungen sei eine Vertragsunterfertigung mit Lielacher zur Berichtstagsatzung am 12. Februar ins Auge gefasst worden. Dieser habe aber erklärt, dass eine Unterfertigung erst am 24. Februar infrage komme. Am 23. Februar erhielten die Masseverwalter schließlich ein Schreiben, in dem für die Forderungen im derzeitigen Nominalwert von 72 Mio. Euro, das Anlage- und sonstige Umlaufvermögen, die Kundenadressen sowie die Liegenschaft ein Kaufpreis von 35 Mio. Euro inklusive Umsatzsteuer und Gebühren angeboten worden sei.

Nun wird zerschlagen
Da dem Masseverwalter laut eigener Aussage allein für die Forderungen erheblich bessere Angebote vorliegen würden und auch die Möglichkeit bestehe, sie selbst einzutreiben, sei Lielachers Offert "völlig undiskutabel". Nachdem sich Ex-Quelle-Vorstand Martin Lenz, um dessen Bietergruppe es in den vergangenen Wochen ruhig geworden war, offiziell als Interessent zurückgezogen habe und auch ein weiterer Bewerber mangels Mitwirken der Stadt Linz chancenlos sei, nehmen die Masseverwalter nun die Zerschlagungsverwertung in Angriff.

Quelle-Betriebsratsobmann Felix Hinterwirth sah sich in seinem bisherigen Einsatz für die Belegschaft bestätigt. Die Maßnahmen hätten gegriffen, von den einstigen Mitarbeitern seien nur mehr rund 10 Prozent oder an die 150 Personen in der Dienstleistungsgesellschaft des Masseverwalters. (apa/red)

26.2.2010 13:43