Donnerstag, 25. Februar 2010

Ermittler rücken Hypo zu Leibe: Razzien
bei fünf Tochtergesellschaften der Bank

  • Neue Erkenntnisse über Kreditgeschäfte als Auslöser
  • Bayrischer Untersuchungsausschuss nimmt Arbeit auf

Die Affäre um die Kärntner Hypo Alpe Adria-Bank ist um weitere Hausdurchsuchungen reicher. Am Donnerstag rückten 30 Ermittler, drei Staatsanwälte und vier Sachverständige bei fünf Tochter-Gesellschaften der Hypo in Klagenfurt an. Auslöser der Durchsuchungen sind "neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit insgesamt vier Kreditgeschäften", so Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Razzien sind laut Jamnig deshalb angeordnet worden, weil "die Kooperationsbereitschaft, die seitens der Bank zugesagt wurde, nicht in dem Umfang eingehalten worden ist." Gegenstand der Untersuchungen sind laut "Kurier" vier Kreditgeschäfte. "Es geht im Wesentlichen um Finanzierungsgeschäfte im Ausland, die Unterlagen, die diese Geschäfte nachvollziehbar machen, werden sichergestellt", sagte Jamnig. Konkrete Beispiele wollte er nicht nennen. "Es geht jetzt darum, diese Unterlagen, nach denen man sucht, zu sichern, zu scannen und zu kopieren, um sie sicher zu stellen und dann zum Gegenstand weiterer Ermittlungen zu machen", sagte der Staatsanwalt.

Widerstand der Hypo
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft die Bank aufgefordert, die gesuchten Unterlagen freiwillig herauszugeben, seitens der Hypo wurden allerdings Rechtsmittel "gegen verschiedene Anordnungen" angekündigt, so Jamnig. Vorwürfe mangelnder Kooperation waren schon Ende des Vorjahres vor allem aus Bayern gekommen. Eine erste große Welle an Hausdurchsuchungen hatte es im Oktober gegeben, da gehörte die Kärntner Hypo noch mehrheitlich der BayernLB.

Die bayerische Justiz ermittelt seit damals wegen Untreuevorwürfen beim Kauf der Hypo durch die BayernLB. Anfang Dezember 2009, kurz vor der Notverstaatlichung durch die Republik Österreich, hatten die bayerischen Grünen kritisiert, dass die Ermittlungen der bayerischen Justiz vom Kärntner Hypo-Vorstand massiv torpediert würden. Die Hypo erklärte am Donnerstag ihre umfassende Kooperation. (apa/red)

25.2.2010 16:15
sidestep, 25. 02. '10 16:39
Traumhaft schnell
Super unsere Staatsanwaltschaft!
Die sind ja traumhaft schnell beim Arbeiten. Wenn die von der Hypo nicht ganz blöd sind, dann haben die alle verdächtigen Spuren der strafbaren Handlungen längst beseitigt, nachdem sie vorher vorgaben, mit der STA zusammen zu arbeiten. Brav hat darauf die STA die Akten, die freiwillig herausgegeben werden sollen, der Bank bekanntgegeben. Daraufhin hat diese gesagt (vielleicht weil sie Dreck am Stecken haben oder?), wir arbeiten nicht mehr mit euch zusammen und haben die von der Staatsanwalschaft geforderten Akten schnell vernichtet. Blöder kann man es nicht mehr machen. Was soll ich sagen: Österreich ist ein Operettenstaat oder noch besser eine Bananenrepublik! Aber wahrscheinlich wollte die STA ja den Reichen und Superreichen das Entschlüpfen ermöglichen