Toyotas Konzernboss bricht in Tränen aus:
Bei Anhörung Reue und Besserung gelobt
- Toyota: "Müssen alles in unserer Firma überdenken"
- Worte der Entschuldigung kommen in Japan gut an

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Toyota kämpft seit 2007 mit technischen Mängeln
Toyotas Gaspedal-Fiasko hat nicht nur den Angehörigen der verunglückten Fahrzeuglenker Tränen in die Augen getrieben. Auch der verantwortliche Firmenboss hat nahe am Wasser gebaut: Akio Toyoda, Chef des weltgrößten Autobauers, hat Kunden und Beschäftigten feuchten Auges Konsequenzen aus der beispiellosen Pannenserie zugesagt. Toyota stehe am Scheideweg, versicherte der Firmenchef bei einem Empfang nach seiner Anhörung vor dem US-Kongress vor Toyota-Arbeitern und -Verkäufern.
"Wir müssen alles in unserer Firma überdenken", kündigte er ein radikales Umdenken an. In einem CNN-Interview übernahm der Enkel des Firmengründers wie schon zuvor vor den Abgeordneten im Kongress die persönliche Verantwortung für die Fehlerserie der einst als extrem zuverlässig gerühmten Automarke.
Er bereue, dass er sich nicht schneller eingeschaltet habe, nachdem die Probleme bekannt wurden. Er werde künftig auch selbst das Gespräch mit Kunden suchen, kündigte er an.
Bei seiner Anhörung vor dem Kongress hatte sich Toyoda zuvor den kritischen Fragen der Abgeordneten gestellt und sich abermals bei den Hinterbliebenen der Todesopfer der Pannenserie entschuldigt. "Wir haben zu sehr auf Wachstum gesetzt und dabei die Ausbildung unserer Leute und die Entwicklung unseres Unternehmens aus den Augen verloren. Wir konnten mit unserer Belegschaft und unserer Organisation unserem Wachstum nicht folgen", sagte der 53-jährige Topmanager. Toyoda fügte hinzu, er "empfinde tiefes Bedauern für jeden Unfall, den Toyota-Fahrer erlitten haben". Er wolle mehr als jeder andere, dass die Autos sicher seien, denn sein Name stehe auf jedem Fahrzeug.
"Gut geschlagen"
Die Entschuldigung des Toyota-Chef ist im Heimatland des Herstellers gut angekommen. "Für japanische Verhältnisse hat er sich gut geschlagen", sagte Ryoichi Shinozaki, Krisenmanager bei der Firma Kyodo Public Relations. Der Auftritt war das Top-Thema aller Zeitungen und Nachrichtensendungen.
Toyota hat weltweit mehr als 8,5 Millionen Pkw wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und defekter Bremsen zurückgerufen. In den USA vermuten die Behörden, dass mindestens fünf Unfälle mit Todesfolge durch die lockeren und sich unter dem Gaspedal verhakenden Fußmatten verursacht wurden. Weitere 29 Todesfälle werden untersucht.
Vehement widersprach Toyoda der Theorie, dass die ungewollten Beschleunigungen einiger Fahrzeuge ihre Ursache in der Elektronik der Autos haben könnten. Er sei absolut davon überzeugt, dass es kein Problem mit dem elektronischen System der Treibstoffsteuerung gebe.
Machen Sie sich selbst ein Bild vom Konzernboss, der in Tränen ausbricht!
(apa/red)
