Gute Aussichten auf Gold im Riesentorlauf:
Drei ÖSV-Läuferinnen sind unter den Top 4
- Görgl Halbzeitführende, Zettel Dritte, Brem Vierte
- Zweiter Durchgang ist auf 24:00 verschoben worden

Österreichs Skidamen fahren auch im Olympia-Riesentorlauf um Medaillen. Nach dem ersten Durchgang führt am Mittwoch überraschend Elisabeth Görgl zwei hundertstel Sekunden vor der Französin Taina Barioz, mit Kathrin Zettel auf Platz drei (+0,16) und Eva-Maria Brem (+0,26) als Vierter gehen zwei weitere Österreicherinnen ebenfalls mit ausgezeichneten Chancen in den zweiten Durchgang. Dieser wurde mittlerweile zum vierten Mal auf 24:00 verschoben.
Der vierte und vorletzte Damenbewerb am Whistler Mountain wurde trotz Nebels und Schneefalls pünktlich gestartet. Während die deutsche Weltmeisterin Kathrin Hölzl auf dem Kurs ihres österreichischen Coaches Christian Schwaiger wie schon am Vortag der Österreicher Marcel Hirscher mit Startnummer 1 keinen Vorteil hatte, fuhr zunächst Barioz überraschend schneller als die Mitfavoritin Zettel. Auch mit Brems Top-Zeit war nicht unbedingt gerechnet worden.
Ab Startnummer 16 wurde der erste Durchgang dann kurzfristig turbulent. Zunächst überraschte Görgl, die sich ihren Startplatz erst am Vortag in der internen Qualifikation zweier ÖSV-Medaillengewinnerinnen gegen Super-G-Olympiasiegerin Andrea Fischbacher erkämpft hatte, mit Bestzeit.
Kapitaler Sturz von Vonn
Unmittelbar nach der Abfahrts-Dritten aus Österreich fabrizierte Lindsey Vonn nach Zwischenbestzeit einen kapitalen Sturz, weshalb deren US-Landsfrau Julia Mancuso abgewunken und nochmals an den Start geschickt wurde. Die Turin-Titelverteidigerin, die in Vancouver zuvor schon Silber in Abfahrt und Super-Kombi gewonnen hatte, war auf der immer schlechter werdenden Piste dann aber chancenlos und kassierte 1,30 Sekunden Rückstand.
Freude bei Görgl, Zufriedenheit bei Zettel
Während Görgl die Freude über die unerwartete Bestzeit anzusehen war ("Ich dachte, zu scharf geschliffene Ski zu haben, die Trainer haben mich aber angefunkt, ich soll voll durchziehen,"), sprach Zettel von einer soliden Fahrt. "Auch der Zeitrückstand ist okay", sagte die Niederösterreicherin und versprach "volle Attacke" für den zweiten Durchgang, der von Anders Pärson wohl etwas schneller gesetzt sein wird und den die Top-12 innerhalb von nur 0,89 Sekunden in Angriff nahmen.
"Es ist aber ohnehin leichter, ans Werk zu gehen, wenn man nicht der Leader ist", sagte Zettel. Der Nebel sei bewältigbar gewesen, meinte die Göstlingerin. "Man sieht drei Tore, das ist okay. Insgesamt war es aber deutlich langsamer als erwartet."
Olympia-Debütantin Brem überrascht
Brem war sehr überrascht von Platz vier. "Ich habe geglaubt, das liegt mir nicht. Bis zur letzten Kante war es gut, dann war ich etwas zu gerade. Es schaut einmal nicht so schlecht aus, das ist eine Super-Ausgangsposition." Von den Österreicherinnen lag nur Michaela Kirchgasser mit 1,14 Sekunden Rückstand nicht im absoluten Spitzenfeld.
Österreichs Damen kämpfen in Whistler um die erste Goldmedaille in einem Olympia-Riesentorlauf. Seit es diesen Bewerb gibt, haben die ÖSV-Damen bei Spielen sieben Medaillen gewonnen, aber noch niemals Gold.
(apa/red)










