Explosive Lage in Chiles Bebengebieten: Concepcion steht vor Abgleiten in Anarchie
- Hilfeschrei: Kaum Wasser & Lebensmittel vorhanden
- Bürger zu Einbrüchen und Plünderungen gezwungen
·Chile: Ban Ki Moon in der Erdbebenregion
Mindestens 452 Leute bei den Erdstößen getötet
·Schweres Nachbeben der Stärke 6,6 in Chile
Laut Marine allerdings kein Tsunami zu erwarten
·Erdbeben in Chile hat Erdachse verschoben
NASA: Dauer eines Tages
würde sich so verkürzen
·Chile kommt endlich zum Durchschnaufen
Lage ist nach fatalem Erdbeben wieder stabil
·US-Experten warnen vor Monster-Beben
Großstädte wie Seattle und Vancouver in Gefahr
·Chile bietet ein
Bild der Zerstörung
Hunderttausende Menschen sind obdachlos
·Chile: Plünderungen und Chaos nach Beben
Militär rückt aus, um
für Ordnung zu sorgen
·Beben legt Chile
in Schutt und Asche
VIDEO: Zwischen Zerstörung und Hoffnung

Die Lage in den chilenischen Erdbebengebieten wird zunehmend explosiv: Aus Vororten der Stadt Concepcion, die von dem verheerenden Beben mit mehr als 700 Toten besonders schwer betroffen war, wurden Schießereien zwischen bewaffneten Bürgerwehren, Plünderern und dem Militär gemeldet. In der Gemeinde San Pedro de la Paz sollen zwei Menschen getötet worden sein.
In Concepcion gingen ein Kaufhaus und ein Großmarkt nach Plünderungen in Flammen auf. Dabei sollen nach unbestätigten Berichten bis zu 20 Menschen ums Leben gekommen sein. Marineinfanteristen versuchten, ein Abgleiten der Großstadt in die Anarchie zu verhindern, und gaben Schüsse in die Luft ab.
Allerdings sahen sich viele Bürger zu Einbrüchen und Plünderungen von Lebensmittelgeschäften gezwungen, da auch zwei Tage nach dem Beben der Stärke 8,8 noch immer kaum Wasser und Lebensmittel in Concepcion angekommen waren - und schon gar nicht in den kleineren Ortschaften des Katastrophengebiets. Die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas ist ebenfalls seit dem Beben unterbrochen.
Flugzeug mit Helfern abgestürzt
Unterdessen verunglückte eine kleine Propellermaschine auf dem Weg nach Concepcion. Die sechs Menschen an Bord seien dabei ums Leben gekommen, hieß es. Bei den Passagieren habe es sich um Helfer sowie um Mitarbeiter einer Universität gehandelt.
Bei der EU in Brüssel ging eine Bitte um Hilfe aus Chile ein. Benötigt würden vor allem Unterstützung beim Bau von Brücken, medizinische Betreuung, Anlagen zur Wasseraufbereitung und Telekomverbindungen, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dem südamerikanischen Land Hilfe beim Wiederaufbau zu.
Zahl der Toten wird weiter steigen
Die Zahl der registrierten Todesopfer wurde mit 723 angegeben. Die Zahl werde jedoch weiter steigen, sagte Innenminister Edmundo Perez Yoma. "In den Küstenregionen hat ein Tsunami ganze Ortschaften fortgerissen. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr schlechte Nachrichten werden wir bekommen." Das Erdbeben vom Samstag ist das fünfstärkste Beben gewesen, das jemals gemessen wurde.
Vor allem in Maule und Biobio gelten zahlreiche Menschen noch als vermisst. Die genaue Zahl der Obdachlosen war unbekannt. Die Zahl der zerstörten oder beschädigten Wohnungen wurde mit etwa zwei Millionen angegeben.
(apa/red)
