Freitag, 26. Februar 2010

Selbstmordanschlag in Kabul: Täter rissen mindestens 16 Menschen mit in den Tod

  • Explosion im Herzen der Stadt: Zahlreiche Verletzte
  • Afghanische Taliban-Miliz bekannte sich zu Terrorakt

Bei einem Angriff islamistischer Selbstmordattentäter im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Weitere 32 Menschen wurden verletzt. Ziel der Anschläge, zu denen sich die Taliban bekannten, waren Hotels, die zumeist von Ausländern benutzt werden. Unter den Toten waren ein Franzose, ein Italiener sowie mehrere Inder.

An dem Angriff waren nach Polizeiangaben mindestens drei Attentäter beteiligt. Die Taliban selbst sprachen von fünf Angreifern. In Kabul kam es zu mehreren Explosionen und Schusswechseln.

Auch zwei Europäer unter den Toten
Frankreichs Außenminister Kouchner bestätigte in Paris den Tod eines Franzosen, der sich zu einem Besuch in Afghanistan aufgehalten habe. Das afghanische Innenministeriums teilte außerdem mit, bei dem Anschlag sei auch ein Italiener getötet worden. Ein Vertreter der indischen Botschaft in Kabul bestätigte zudem den Tod mehrerer Inder. Unter den Toten seien zwei bis drei Inder, sagte er.

Indien gehört zu den größten wirtschaftlichen Unterstützern Afghanistans, abgesehen von den Ländern, die Truppen für die von der NATO geführte internationale Schutztruppe ISAF stellen. Der afghanische Präsident Karzai verurteilte die Selbstmordanschläge. Zugleich versicherte er, der Terrorakt werde die Beziehungen zwischen Indien und Afghanistan nicht belasten.

Erst Mitte Jänner waren bei einem Angriff von Aufständischen auf mehrere Behördengebäude in Kabul zwölf Menschen getötet worden, darunter sieben Angreifer. Mit den Anschlägen vom Freitag wollten die Taliban offenbar zeigen, dass sie ungeachtet der Großoffensive der NATO-Truppen im Süden des Landes und der Festnahme mehrerer Kommandanten in Pakistan weiter zu Angriffen auch in der Hauptstadt in der Lage sind.

(apa/red)

26.2.2010 13:20