Ökoterroristen für Ölpest verantwortlich?
Behörden vermuten Fachleute hinter Akt
- Italien kämpft weiter gegen den Ölschlamm am Po an
- Sperren können die zähe Masse noch nicht aufhalten

Auch Tage nach dem Sabotageakt in einer Raffinerie bei Monza geht der Kampf gegen das ausgelaufene Öl auf dem längsten italienischen Fluss, dem Po, weiter. Ein 50 Kilometer langer und 15 Zentimeter dicker Ölteppich floss unweit der Stadt Parma in Richtung Delta des Flusses und hinterließ bis zu zwölf Stunden lang einen üblen Gestank. Das Mündungsgebiet ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Allen Sperren zum Trotz hatte der Ölschlamm bereits 250 Kilometer zurückgelegt.
Der Präsident der Region Lombardei, Roberto Formigoni, meinte, die Ölpest sei das Werk von "Ökoterroristen". Er appellierte an die Behörden, die Verantwortlichen schnell ausfindig zu machen. Es handle sich um einen Anschlag auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Formigoni forderte beispielhafte Strafen.
Die Gemeinden entlang des Flusses haben verboten, Wasser aus dem Po zur Bewässerung der Felder zu entnehmen. Auch im weiter westlich gelegenen Veneto rüsteten sich die Behörden gegen die Ölpest. Um die schwarze Masse zu stoppen, gingen zwei Schiffe im Po quer zur Strömung vor Anker.
600.000 Liter Diesel- und Heizöl waren am Dienstag aus drei Raffinerietanks nahe der lombardischen Stadt Monza in den Lambro, einen Nebenfluss des Po, gelangt. Der Schaden dürfte sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Angenommen wird unter anderem, dass die Täter auf diese Weise ein Projekt verhindern wollten, das eine Grünzone in der dicht bebauten Region nahe der Stadt Monza vorsieht. Die Ermittlungen richten sich auch gegen die Ölgesellschaft "Lombarda Petroli", die die Raffinerietanks besitzt. Die Staatsanwälte vermuten, dass Fachleute hinter dieser Katastrophe stecken.
(apa/red)
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