Lösung im Streit um "Hannibal-Affäre": Schweizer Göldi stellte sich libyscher Polizei
- Libyen forderte Auslieferung des Geschäftsmannes
- Max Göldi wegen "illegalen Aufenthalts" verurteilt

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Geschäftsleute verurteilt wegen "Visa-Vergehen"
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Rechte Partei fordert Krieg gegen Libyen
Im Streit um in Libyen festgehaltene Schweizer hat sich eine Lösung abgezeichnet. Nach einem Ultimatum Libyens an die Schweiz hat der zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilte Geschäftsmann Max Göldi die Schweizer Botschaft in Tripolis verlassen und sich den libyschen Behörden gestellt. Der zweite Schweizer, der freigesprochene Rachid Hamdani, machte sich auf den Weg nach Tunesien.
Der Fall hatte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Libyen und der Schweiz geführt. Göldi und Hamdani waren im Juli 2008 in dem nordafrikanischen Land festgenommen und zunächst gegen Kaution freigelassen worden. Sie kamen in der Schweizer Botschaft unter, wurden aber an der Ausreise gehindert. Nach wechselseitigen Drohungen und Repressalien stellte Libyen Bürgern aus dem gesamten Schengen-Raum zuletzt keine Einreise-Visa mehr aus.
Göldi sollte nach Angaben seines Anwalts Salah Zahaf in ein Gefängnis bei Tripolis gebracht werden, um dort seine Haftstrafe abzusitzen. Seine Anwälte wollten demnach ein Gnadengesuch für ihn einreichen. Hamdani, der einen schweizerischen und einen tunesischen Pass hat, machte sich mit dem Auto auf den Weg nach Tunesien, wie Zahaf sagte.
Ultimatum
Libyen hatte der Schweizer Botschaft in Tripolis laut der amtlichen libyschen Nachrichtenagentur Jana zuvor ein Ultimatum gestellt, um Göldi den libyschen Behörden zu übergeben. Libyen drohte mit der Erstürmung der Botschaft in Tripolis. Wie Außenminister Spindelegger mitteilte, hätten sich viele EU-Botschafter aus Solidarität in die Botschaft begeben. Es sei damit gelungen, eine "Eskalation zu vermeiden".
Die Verfahren gegen die beiden Schweizer galten als Reaktion auf die kurzzeitige Festnahme von Motassim Bilal ("Hannibal") al-Gaddafi, einem Sohn des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, im Sommer 2008 in Genf. Dem Gaddafi-Sohn und seiner damals ebenfalls festgenommenen Frau war vorgeworfen worden, zwei Angestellte eines Hotels misshandelt zu haben.
(apa/red)
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