Eine dicke Portion Kritik für den Parteichef:
ÖVP-Länder schießen sich auf Josef Pröll ein
- NÖ: "Könnten bald ein bitteres Erwachen erleben"
- Steiermark: "Eine Zumutung für alle Demokraten"
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Für sein Nein zur Hofburg erntet Josef Pröll eine dicke Portion Kritik. Hat Salzburgs Landesparteiobmann Haslauer bereits ein deutliches Protestzeichen gesetzt, ziehen nun auch die anderen ÖVP-Länder nach. Befürchtet man in Niederösterreich ob des Verzichts ein "bitteres Erwachen", orten die Steier fatale Fehler in der Vergangenheit: "Das hat die Bundespartei schon vor Monaten in den Sand gesetzt."
Weit aus dem Fenster wagte sich Wilfried Haslauer beim Bundesparteivorstand, indem er sich als Einziger der Stimme enthielt, als der Verzicht auf die Bundespräsidentenwahl beschlossen wurde. Seine Begründung: "Ich bin der Meinung, dass die ÖVP als staatstragende Partei einen eigenen Kandidaten aufstellen sollte."
"Könnten bitteres Erwachen erleben"
Haslauer sollte aber nicht der einzige Kritiker bleiben, wenig später zogen weitere Ländervertreter nach. Niederösterreichs Klubobmann Schneeberger hält den Verzicht für einen "strategischen Fehler" und prognostiziert nachhaltige negative Auswirkungen: "Wer glaubt, dass man durch Nicht-Antreten bei der Bundespräsidentenwahl schon jetzt den Ballhausplatz erobern kann, könnte bald ein bitteres Erwachen erleben." Landeshauptmann Erwin Pröll, der lange mit einem Antreten geliebäugelt hatte, nahm am Bundesparteivorstand übrigens nicht teil.
Auch die Steirer hielten mit Kritik nicht hinter dem Berg. Klubchef Drexler sieht massive Fehler in der Vergangenheit, denn "die Bundespartei hat das schon vor Monaten in den Sand gesetzt." Zwischen Fischer und Rosenkranz bzw. Strache wählen zu müssen, bezeichnet er als "Zumutung für alle Demokraten." Und wie Erwin Pröll glänzte auch der steirische Parteichef Schützenhöfer mit Abwesenheit bei der Vorstandssitzung.
Verzicht eine Anerkennung für Fischer?
Fast schon als Hohn muss da die Aussage von Bundeskanzler interpretiert werden, der via Aussendung meinte, dass "dieser Schritt zeigt, dass das verbindende Amtsverständnis und die unabhängige Amtsführung Heinz Fischers über Parteigrenzen hinweg große Anerkennung finden."
(red)
