Freitag, 26. Februar 2010

Zeitschrift spionierte deutsche Politiker aus: Müntefering & Lafontaine wurden beschattet

  • Auch CSU-Parteichef Seehofer ins Visier genommen
  • "Bunte" beauftragte eine Foto- und Recherchefirma

Das Privatleben von deutschen Spitzenpolitikern ist nach einem Medienbericht zeitweise systematisch ausspioniert worden. Eine Berliner Foto- und Recherchefirma namens CMK habe seit Ende 2008 über Monate hinweg immer wieder den SPD-Politiker Franz Müntefering und seine heutige Frau Michelle Schumann beschattet, berichtete das Hamburger Magazin "Stern". Anfang 2008 sei Linken-Chef Oskar Lafontaine ausgespäht worden, auch der heutige CSU-Parteichef Horst Seehofer sei ins Visier der Agentur geraten. Die Aufträge zu den fragwürdigen Recherchen kamen dem Bericht zufolge von der Boulevardzeitschrift "Bunte".

"Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel räumte laut "Stern" ein, CMK mit Recherchen zum Privatleben der Politiker beauftragt zu haben. Über unlautere Methoden sei der Zeitschrift aber nichts bekannt, hob sie dem Magazin zufolge hervor.

Der "Stern" beruft sich in seinem Bericht auf interne Unterlagen der CMK sowie auf Aussagen ehemaliger Mitarbeiter der Firma. Im Fall des damaligen SPD-Vorsitzenden Müntefering hätten CMK-Leute über Monate dessen damaligen Wohnsitz in der Berliner Wilhelmstraße observiert, um Details über die Beziehung des Witwers zur 40 Jahre jüngeren Michelle Schumann in Erfahrung zu bringen und heimlich Fotoaufnahmen zu machen. Die Methoden der CMK glichen dem Bericht zufolge denen von Privatermittlern. So sei zum Beispiel Schumanns Briefkasten manipuliert worden, zudem habe Münteferings Fußmatte mit einem Melder präpariert werden sollen. Der Bericht über Müntefering und seine neue Beziehung sei samt der Bilder am 7. Mai 2009 in "Bunte" erschienen.

Praktikumsplatz zur besseren Spionage
Bereits im Frühjahr 2008 hatte CMK laut "Stern" von "Bunte" den Auftrag erhalten, eine mögliche Beziehung des verheirateten Lafontaine zu der Linken-Abgeordneten Sahra Wagenknecht zu recherchieren. Dem Bericht zufolge forschte CMK Lafontaines damaliges Domizil im Berliner Stadtteil Köpenick aus. Ein Mitarbeiter der Firma habe zudem versucht, in der Linken-Fraktion des Bundestages einen Praktikumsplatz zu bekommen, um Lafontaine besser beobachten zu können.

Die Berliner Firma bestätigte auf Anfrage des "Stern", hinter Müntefering, Lafontaine und Seehofer her gewesen zu sein. Es habe sich jedoch um journalistisch begründete Jobs gehandelt. "Unsere Recherchemethoden bewegen sich stets im Bereich des presse- und standesrechtlich Zulässigen", betonte CMK.

(apa/red)

26.2.2010 15:22
founder, 27. 02. '10 07:17
Themen die die Welt bewegen, aber nicht in der Bunte
Google frage
site:bunte.de ergibt 16100
site:bunte.de IEA ergibt 0 nichts, Leere, Schweigen
Wem intressiert das Privatleben von Politikern, wenn uns nach IEA Prognose 2013 eine dramatische Ölkrise bevorsteht? Hier die Liste der wenigen Medien die darüber schrieben
http://politik.pege.org/2009-d/liste.htm
Ich brauche keine teure Spionageabteilung, mit werden weltbewegende Themen per Google Alerts geliefert. Google Alert auf IEA und man erfährt wirklich weltbewegendes.
brabus, 26. 02. '10 16:58
'Bunte' als Spion ..
.. bekommt vermutlich vom Steuerzahler auch noch Gelder aus der Presseförderung für diese fragwürdige Praxis ....