Gaddafis heiliger Krieg gegen die Schweiz:
Aussagen sind für UNO "nicht hinnehmbar"
- Brutale Drohgebärde des libyischen Diktators
- Aufruf: "Lasst uns kämpfen gegen die Schweiz"

·"Hätten wir eine gemeinsame Grenze.."
Jihad gegen die Schweiz: Teile der Gaddafi-Rede
·Schweizer stimmen für Minarett-Bauverbot
Mehr als 57 Prozent der
Bevölkerung sind dafür
·Wo gibt es wie viele Moscheen + Minarette?
GRAFIK: Deutschland, Österreich & die Schweiz
Der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi hat die Muslime zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen. Die Eidgenossenschaft sei ein ungläubiger Staat, in dem Moscheen zerstört würden, erklärte Gaddafi in Benghazi. "Jeder Muslim in der Welt, der mit der Schweiz zusammenarbeitet, ist ein Abtrünniger und gegen (den Propheten) Mohammed, Gott und den Koran."
Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten waren 2008 nach der Festnahme eines Sohns Gaddafis in Genf abgebrochen worden. Der junge Gaddafi war beschuldigt worden, Hausangestellte misshandelt zu haben. "Lasst uns kämpfen gegen die Schweiz, den Zionismus und ausländische Aggression", sagte Gaddafi und fügte hinzu: "Das ist kein Terrorismus", im Gegensatz zu den Aktionen der Al-Kaida, die er "eine Art Verbrechen und Geisteskrankheit" bezeichnete.
Es gebe einen großen Unterschied zwischen Terrorismus und dem Heiligen Krieg, der das Recht auf bewaffneten Kampf einschließe, sagte er. Der Kampf gegen die Schweiz müsse mit allen Mitteln geführt werden.
UNO: "Nicht hinnehmbar"
Die Jihad-Verbalattacken des libyschen Revolutionsführers könnten nicht hingenommen werden, sagte UNO-Generaldirektor Sergej Ordschonikidse in Genf. "Solche Erklärungen aus dem Munde eines Staatschefs sind nicht hinnehmbar", erklärte er auf die Frage von Journalisten am Genfer Sitz der Vereinten Nationen. Er hoffe, dass "wir einen Angriff gegen die UNO-Gebäude verhindern können", sollte es zu einer solchen Bedrohung kommen, sagte der Chef des Genfer UNO-Sitzes.
"Wenn diese Berichte stimmen, ist das ein sehr ungewöhnlicher Kommentar", sagte hingegen Lutz Güllner, der Sprecher von EU-Außenministerin Catherine Ashton. Gaddafis Aussagen kämen zu einem "unglücklichen Zeitpunkt", da gerade vonseiten der EU gerade diplomatischen Bemühungen zur Beilegung Krise zwischen Libyen und der Schweiz im Gang seien, betonte der Sprecher. (apa/red)
