Fröhliche Politiker, aber schlechtes Image:
Ansehen Kärntens hat den Tiefpunkt erreicht
- Gründe: Hypo-Skandal und politische Turbulenzen
- Imagekrise schädigt die Industrie auf lange Sicht

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·Fröhliche Politiker,
aber schlechtes Image
Das Ansehen Kärntens hat den Tiefpunkt erreicht
Das Image Kärntens hat nach dem Hypo-Skandal und politischen Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate einen Tiefpunkt erreicht. Rund die Hälfte der Kärntner glauben deshalb, dass es in der Politik zu "grundlegenden Änderungen", wie etwa dem Austausch von Köpfen oder Neuwahlen, kommen muss. Das hat eine von der Kärntner Industriellenvereinigung in Auftrag gegebene Studie der Karmasin-Marktforschung ergeben.
Befragt wurden sowohl Kärntner über ihr Selbstbild als auch Bewohner anderer Bundesländer über das Fremdbild über Österreichs südlichstes Bundesland. "Das Fremdbild war erwartet kritisch, die Kärntner sehen die Situation überraschenderweise aber noch kritischer", erläuterte Sophie Karmasin im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Klagenfurter ORF-Theater.
Verschuldung im Bewusstsein
Karmasin geht daher davon aus, dass die Auseinandersetzung der Kärntner mit der Krise bereits stattgefunden hat. Dass Thema der enormen Verschuldung des Bundeslandes sei bei den Menschen angekommen. "Nur mehr 15 Prozent glauben, dass die Landesverschuldung nicht höher ist als im österreichischen Durchschnitt", sagte Karmasin.
Der Kärntner Industrie würde durch die Imagekrise schon jetzt Schaden erwachsen, meinte IV-Präsident Otmar Petschnig. In Zahlen ausdrücken würde man diesen Schaden allerdings erst in einigen Jahren können. Petschnig skizzierte die Krise mit der selbst aufgestellten Formel "1-4-13". Der Schuldenstand des Landes würde täglich um eine Mio. Euro wachsen, gleichzeitig würde die Bevölkerung um vier Einwohner schrumpfen und zusätzlich habe man mit einer Arbeitslosenquote von dreizehn Prozent zu kämpfen, erläuterte Petschnig. All dies Entwicklungen gelte es aufzuhalten und umzukehren.
Kontraproduktiver Doppelpass
"Einen guten Wirtschaftsstandort zeichnen Stabilität und Berechenbarkeit aus, die Umfrage zeigt uns etwas anderes", sagte Monika Kircher-Kohl, Vorstandsvorsitzende von Infineon Österreich. Junge und gut ausgebildete Menschen würden das Land verlassen, gleichzeitig das Bild vermittelt, dass Ausländer nicht gebraucht würden. "Diese Doppelpass ist kontraproduktiv", erklärte Kircher-Kohl.
Profil-Chefredakteur Herbert Lackner verwies auf eine Umfrage aus dem Jahr 1988, als die Kärntner noch "mit Abstand" als die beliebtesten Österreicher galten. Die Politik sei allerdings zu lange "auf dieser Welle" geritten. "An der jetzigen Situation haben alle Parteien ihren Anteil", meinte Lackner. Es sei niemandem in den vergangenen Jahren gelungen, Politik klar zu formulieren.
(apa/red)
