Welche Lebensmittel sind noch "echt"?
Nach Käse & Co. auch falsche Marillenknödel
- VKI-Test: Oftmals nur Brei statt Frucht enthalten
- Fehlende Kennzeichnung von Produkten kritisiert

·Gift-Quargel auch an Sozialmärkte geliefert
Käse stand noch bis
Ende Jänner in Regalen
·Ein 'Versehen' macht
Quargel zu Killerkäse
Betrieb gesteht Fehler
bei der Herstellung ein
·Nach Käse & Co. auch falsche Marillenknödel
Welche Lebensmittel sind tatsächlich noch "echt"?
Analogkäse, Schummel-Schinken und jetzt Marillenknödel ohne Marillen - Immer mehr Lebensmittel halten nicht, was sie versprechen. Bei einem Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) entpuppten sich Proben von tiefgekühlten Marillen- und Germknödeln aus dem Supermarkt als nicht ganz so köstlich wie angepriesen. Bei vier von elf Marillenknödeln fanden sich im Inneren anstatt Früchten überhaupt nur ein Fruchtbrei.
Probleme gab es auch bei den Nährwertangaben und der Auszeichnung der Herkunft der Rohstoffe, kritisierte VKI-Obmann Franz Floss bei einer Pressekonferenz in Wien. Bei einzelnen getesteten Knödeln war es für den Kunden geradezu unmöglich, herauszufinden, woher die Zutaten überhaupt stammen. Kennzeichnungen wie "österreichisches Erzeugnis" oder "AT" würden oft lediglich darauf hinweisen, dass das Produkt in Österreich erzeugt bzw. weiterverarbeitet worden ist.
Fruchtbrei statt echter Marillen
Bei den Nährwertangaben mussten die Tester des VKI bei 20 Prozent selbst nachrechnen, um auf eine genaue Kalorienzahl zu kommen. Marillenknödel wurden etwa ohne Streusel ausgewiesen oder Germknödel ohne die zerlassene Butter. Am meisten störte die Tester jedoch, dass sich bei 36 Prozent der Marillenknödel im Inneren keine Frucht, sondern ein Brei versteckte. "Hier werden die Erwartungen der Konsumenten nicht erfüllt", meinte Floss. Bei einem derartigen Knödel erwarte man entweder "eine ganze, eine halbe oder zumindest Marillenstücke" als Füllung. Der Brei sei zudem oft sehr gezuckert. Der Teig war immerhin bei allen Produkten "in Ordnung".
Wo noch geschummelt wird
Neben den bekannten Schummel-Produkten wie Käse und Schinken landen noch zahlreiche andere Lebensmittel-Imitate im Einkaufskorb ahnungsloser Kunden. So wird zum Beispiel ein Frischkäse mit Lachs angeboten, in dem sich der Lachs nur in homöopathischen Dosen wiederfindet, eine "Fruchtschnitte Beere" ohne ganze Beeren und ein auch bei Kindern beliebtes Fruchtjoghurt, dessen spezielle Zutat ausgerechnet Jamaika-Rum ist.
Auch Garnelen sind nicht immer gleich Garnelen. Statt Meeresfrüchten bekommt man gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform, das täuschend echt aussieht, wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtete. In einem "Meeresfrüchtecocktail" fehlen oftmals die Meeresfrüchte und eine Dose italienisches Pesto kann schon einmal mit billigem Sonnenblumen- statt teurem Olivenöl angerührt werden.
(apa/red)
