Sind Wiener etwa verrohte Hinterwäldler?
Studie stellt Hauptstadt mieses Zeugnis aus
- Umfrage: Wiener sind unromantisch und provinziell
- Gemütlichkeit & Musikalität gelten als Wiener Tugend

·Fröhliche Politiker,
aber schlechtes Image
Das Ansehen Kärntens hat den Tiefpunkt erreicht
·Wiens Nacht-U-Bahn fährt ab 4. September
Züge verkehren alle 15 Minuten - Kosten 5 Mio.
Tendenziell unromantisch und provinziell: So schätzt eine Mehrheit der Österreicher unter 40 Jahren die Bewohner der Bundeshauptstadt ein. Laut einer Imagestudie der Wirtschaftsuniversität verbinden nur 19 Prozent der Befragten die Eigenschaft "romantisch" mit den Wienern, immerhin 38 Prozent halten sie für "weltoffen". Musikalität und Gemütlichkeit wird der Wiener Bevölkerung hingegen von einem Gros der Umfrageteilnehmer zugestanden.
Im Zuge der Studie, deren Ergebnisse in die aktuelle "Jetzt oder nie"-Kampagne des Wien-Tourismus eingeflossen sind, sollte unter anderem das Image der Donaumetropole bei potenziellen, eher jungen Wien-Besuchern aus Österreich erhoben werden. Befragt wurden 80 Nicht-Wiener, von denen 79 Prozent die Metropolenbewohner als "musikalisch", drei Viertel als "traditionsbewusst" und je knapp 70 Prozent als "gemütlich" und "gesellig" charakterisieren.
Im Mittelfeld liegen Zuschreibungen wie "kultiviert", "charmant" oder "engstirnig". Weniger als die Hälfte der Unter-40-Jährigen aus den Bundesländern halten die Wiener für "fleißig" und "zuverlässig", aber auch negativ konnotierte Eigenschaften wie "eingebildet" oder "intolerant" erhielten wenig Zustimmung. Insgesamt wurden 25 Eigenschaften abgefragt.
Gastfreundlicher als andere Metropolen
Untersucht wurde zudem das Image der Bundeshauptstadt und deren Einwohner im Verhältnis zu sechs anderen Metropolen, wobei hier mit 430 deutlich mehr Leute befragt wurden. Hier werden die Wiener als gastfreundlicher, gemütlicher und geselliger eingestuft als Personen aus Prag, Budapest, München, Berlin, Paris und London. Die Londoner punkten hingegen in den Kategorien weltoffen, fortschrittlich und modern. Am romantischsten gelten die Pariser, sie werden aber gleichzeitig auch als eingebildeter und weniger fleißig gesehen.
Was die Beurteilung der Metropolen an sich angeht, werden vor allem Prag und Budapest überdurchschnittlich mit Schmutz, Prostitution und hoher Arbeitslosigkeit assoziiert - im Gegenzug jedoch auch mit günstigen Einkaufsmöglichkeiten und leistbaren Wohnungen. München und Wien gelten hingegen als Städte mit hoher Lebensqualität, was sich etwa in der positiven Bewertung der Luft-und Trinkqualität, der Müllentsorgung und dem Anteil an Grünflächen ausdrückt.
(apa/red)
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