Mittwoch, 24. Februar 2010

Wenn der Exekutor zum Langfinger wird:
Steirer steckt 24.000 € in die eigene Tasche

  • Mann wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch in Haft
  • Zwei Geschädigte zur Falschaussage angestiftet?

Ein obersteirischer Gerichtsvollzieher ist wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs verhaftet worden. Der 48-Jährige soll mindestens 24.000 Euro an Exekutionsgeldern in die eigene Tasche gesteckt haben. Während der Ermittlungen soll der Verdächtige außerdem zwei Geschädigte zu einer falschen Beweisaussage angestiftet haben, hieß es seitens der Sicherheitsdirektion Steiermark.

Ins Rollen gekommen war der Fall im Dezember des Vorjahres, nachdem ein geschädigter Gläubiger Anzeige erstattet hatte. Die Außenstelle Niklasdorf des Landeskriminalamts Steiermark nahm die Ermittlungen gegen den Gerichtsvollzieher auf. Wie sich herausstellte, hatte der Mann vermutlich schon seit sechs Jahren Gelder von Personen, die er im Zuge eines Exekutionsverfahrens kassiert hatte, nicht an die Gläubiger übermittelt, sondern selbst behalten.

Bisher konnte die Polizei fünf Geschädigte mit einer Schadenssumme von insgesamt 24.000 Euro eruieren. Weitere Fälle sind nicht ausgeschlossen. Zwei der ums Geld gebrachten Gläubiger hat der Obersteirer zudem vergeblich zu einer falschen Beweisaussage angestiftet. Am Dienstag wurde der 48-Jährige nach einem Haftantrag der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien festgenommen und in die Justizanstalt Josefstadt gebracht. Der Verdächtige war nur in einem Fall geständig. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da noch weitere Exekutionen geprüft und mögliche Geschädigte befragt werden müssen.
(apa/red)

24.2.2010 10:37