Verdächtiger 9 Jahre nach Mord verhaftet:
Soll seine Ex-Gattin in Wien getötet haben
- Tauchte im Nordirak unter falschem Namen unter
- Mutmaßlicher Mörder soll bald ausgeliefert werden

Dem Bundeskriminalamt (BK) ist nach neun Jahren ein mutmaßlicher Mörder ins Netz gegangen: Idris A. soll am 30. April 2001 seine Ex-Frau in Wien-Favoriten auf offener Straße mit vier Schüssen getötet haben. Zuvor hatte der Mann seine damals 28-jährige Tochter gezwungen, ihm die neue Adresse seiner ehemaligen Frau zu verraten. Dort kam es vor der Garage zu einer Auseinandersetzung.
Der gebürtige Iraker mit österreichischer Staatsbürgerschaft tauchte in der nordirakischen Stadt Dohuk unter, so das Bundeskriminalamt. Unter falschem Namen lebte der mittlerweile 77-Jährige dort unbehelligt unter rund 500.000 Einwohnern. Bevor er am 4. Februar 2010 in Zusammenarbeit mit Interpol sowie der Kriminalpolizei in Bagdad festgenommen werden konnte, suchten die Fahnder den Mann vergeblich in Rumänien, Griechenland, Syrien, in der Türkei sowie im Iran. Der mutmaßliche Mörder soll in den nächsten Wochen nach Österreich ausgeliefert werden.
Der untergetauchte Idris A. hatte den Familiennamen seiner Mutter und zusätzlich einen anderen Vornamen verwendet, erklärte Helmut Reinmüller, Leiter der Zielfahndungs-Abteilung im BK. Diese falsche Identität habe sich bei der Lösung des Falls als Knackpunkt herausgestellt.
Streit ums Geld als Motiv
Hinter dem Mord, der Idris A. zur Last gelegt wird, dürfte ein Streit um Geld stecken. Laut Polizei hatte der damals 69-Jährige von seiner 49-jährigen Ex-Frau nach der Scheidung im Jahr 1999 knapp 24.000 Euro gefordert. Unter einem Vorwand soll er seine Tochter am Vormittag des 10. April 2001 in seine Wohnung nach Penzing eingeladen und mit einer Schusswaffe bedroht haben. Die damals 28-Jährige wurde gezwungen, mit zur Wohnung der Mutter zu fahren.
Die 49-Jährige hatte ihre Adresse aus Angst vor ihrem Ex-Mann ursprünglich geheim gehalten. Bis nach 18.00 Uhr soll der gebürtige Iraker mit seiner Tochter auf die Heimkehr der Frau gewartet und danach der 49-Jährigen aus nächster Nähe in die Brust geschossen haben. Die Tochter, die dazwischen treten wollte, traf ein Projektil im rechten Unterarm. Idris A. war unmittelbar danach mit dem Auto geflüchtet.
(apa/red)
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