Mittwoch, 17. Februar 2010

Sind Österreichs Soldaten Polit-Freiwild?

  • Hubert Wachter über seltsame Bundesheerdebatten
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Im Bundesheer geht es wegen Eurofightern, Panzern und desolaten Kasernen rund. Minister Norbert Darabos gerät immer deutlicher in die Zwickmühle.

Dass der „Eurofighter“ samt zweimaliger Reduzierung der Stückzahl, angereichert um mutmaßlich dunkle Vorgänge bei der seinerzeitigen Beschaffung, als politischer Dauerbrenner taugt, ist jedem Österreicher klar. Dem Bundesheer sowieso. Dass jetzt zudem die Hälfte der Panzer als nicht einsatzfähig gebrandmarkt werden, die Soldaten in abgefuckten Kasernen hausen müssen und kaum mehr 10.000 von ihnen überhaupt einsatzfähig wären und man deshalb zwecks verzweifelter Rekrutierungsbemühungen sogar „sexistische“ Werbevideos drehen lässt, ergibt ein noch viel schrecklicheres Bild. Hintergrundgespräche mit Offizieren im Generalsrang ergeben dazu Erstaunliches.

Ein Minister im Kreuzfeuer. Zunächst zitierten sie genüsslich eine alte Soldatenweisheit: „Lieber schuldig als inkompetent!“ Genau das sollte Minister Norbert Darabos, sagen die Generäle, endlich beherzigen. Wenn es darum geht, jenes Heeres-Werbevideo, das leicht geschürzte Damen hingebungsvoll ein Panzerrohr streichelnd zeigt, zu verbieten und Unterläufel zu beschuldigen. Wenn es darum geht, „Altlasten“, die desolaten Kasernen, ausbaden zu müssen. Wenn es um die kriminell gesunkene Einsatzbereitschaft der Soldaten geht oder um flügellahme Eurofighter. Allein, die Offiziere hören von ihrem Minister dazu nichts. Für sie steht fest: Er wird angepatzt, bis hin zur Resignation. Fraglich nur, von wem?

Ein Intrigenstadel. Erstaunlich, dass ein Generalstäbler das Eurofighter-Problem umgehend bestätigt und damit seinen Minister klar „beschädigt“. Immerhin hat Darabos den EADS-Reduzierungsvertrag, aus dem erhebliche Ersatzteilprobleme resultieren und damit Flügellahmheit, ausgehandelt. Erstaunlich, dass kolportierte Missstände über Panzerklarstand, Einsatz-Mannstärke und desolate Kasernen heeresintern als völlig falsch bezeichnet werden. Nur: Irgendein Wissender muss geplaudert haben, Offiziere spielen sich da offenbar gegenseitig aus. Das alles macht nachdenklich. So sehr, dass selbst Regierungskollegen von Minister Darabos „deutlich mehr Kompetenz“ einfordern. Zumindest sollte er einmal sagen, was wirklich Sache ist.

17.2.2010 13:46
Sensor, 22. 02. '10 19:01
Der Zufallsgenerator als Personalbeschaffer
Dass Darabos unfähig ist, daran besteht wohl kein Zweifel. Fähig ist er nur im Schönreden der Probleme.
Sachprobleme sind gerade in Österreich immer Personalprobleme. Wenn Regierungsmitglieder mit dem Zufallsgenerator der Parteisekretariate ausgesucht werden, dann kommen Typen wie Darabos, Fekter , Faymann, Pröll heraus.
FPÖ, Bzö, FpkBzoW etc. gehen kompetenzmäßig ohnehin unter der Latte durch. Die Grünen machen die Faust in der Hosentasche und trauen sich nie aus der schusssicheren grünen Weste heraus. Traurig!
Wien_1190, 23. 02. '10 12:20
Re: Der Zufallsgenerator als Personalbeschaffer
Zitat: "Da könnte man gleich einen Diabetiker zum Konditor machen"
auf die Frage ob Hr. Darabos der richtige für den "Job" ist ;)