Mittwoch, 17. Februar 2010

Gegensteuern: Markus R. Leeb
über Rezepte gegen das Defizit

  • Nur eine Massensteuer kann das Budget sanieren
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs, der sich von Europa bis in die USA zieht. Wir, der stets führende Westen, stecken bis über beide Ohren in Staatsschulden. Das ist zum Teil der Preis dafür, dass die Krise erfolgreich bekämpft wird. Selbstverständlich muss die Rechnung auch bezahlt werden. Bleiben wir in Österreich. Hunderte Millionen sind ausgegeben. Damit wir keine griechischen Verhältnisse bekommen, müssen wir gegensteuern. Und in diesem Wort steckt auch schon die wahre Lösung: Steuern.

Hannes Androsch, der als einer von wenigen wirklich weiß, wovon beim Haushaltsdefizit die Rede ist, machte kürzlich in einem Gespräch auf die unglaubliche Steuerkreativität aufmerksam. „Fast täglich wird eine neue Steuer erfunden, aber die Konsequenzen werden selten bedacht“, so Androsch. Nehmen wir die Bankensteuer: Wer wird wohl bezahlen? Die Bankkunden, meine ich. Gut klingt auch die Reichensteuer. Aber das Kapital der Superreichen ist rasch abgezogen. Die bittere Wahrheit ist: Nur eine Massensteuer kann das Budget sanieren. Und da gibt es genau zwei: die Einkommenssteuer und die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Das ist die bittere Wahrheit, die man uns nicht zumuten will. Ich wette übrigens, dass die Umsatzsteuer „zeitlich befristet“ erhöht wird.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

17.2.2010 12:07