Montag, 22. Februar 2010

Bundesregierung einigt sich: Österreichs
Finanzwelt bekommt eine Bankensteuer!

  • Faymann: Maßnahme soll 500 Millionen € einbringen
  • Gebührenmonitoring soll die Kreditnehmer schützen
    Frühestmöglicher Termin für die neue Steuer ist 2011

Gegen erbitterten Widerstand aus Banken und Wirtschaft wird die Republik Österreich in absehbarer Zeit eine Bankensteuer einheben. "Wir beide werden eine Bankenabgabe einführen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann mit Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll im Kanzleramt. Frühestmöglicher Termin wäre 2011. Als "Richtgröße" nannte der Bundeskanzler 500 Mio. Euro, die er von den Banken kassieren will. Und er will nicht darauf warten, ob man sich auf EU-Ebene zu einer solchen Abgabe durchringt.

Als Steuersatz nannte der Bundeskanzler 0,07 bis 0,1 Prozent von der Bemessungsgrundlage. Bisher war dabei von der Bilanzsumme mit diversen Abzügen (Kernkapital, KMU/Privatgeschäft) die Rede. Über die Steuerbasis will die ÖVP - die fürchtet, dass damit Sparbücher und Kredite besteuert werden - noch diskutieren. Schon bevor der "Bankengipfel" im Kanzleramt begann, hatten sich die geladenen Banker keinen Illusionen hingegeben, mit ihrem Widerstand eine Abgabe verhindern zu können, sofern sich die Politik darauf verständigt.

Entscheidet sich die Republik dafür, werde eine solche Steuer eingeführt, ob die Banken dies nun wollten oder nicht, sagte Erste-Chef Andreas Treichl. Ähnlich RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner, der als Banken-Spartenobmann der Wirtschaftskammer generell für die Branche spricht: "Ich kann mir das nicht wünschen." Üblicherweise würden die Banken nicht eins zu eins gefragt, wenn es um neue Steuern gehe. Gesetzgeber sei das Parlament.

Arbeitsgruppe für die Umsetzung
Die Banken werden nun zumindest in der Arbeitsgruppe vertreten sein, die beschlossen wurde. Ein 10- bis 15-köpfiges Team aus Vertretern von Bundeskanzleramt, Finanzministerium, Notenbank und Banken wird Vorschläge erarbeiten. Basis ist eine Analyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die für die Regierung einige Varianten durchgerechnet hat, gerechnet auf 0,07 Prozent und nach den Zahlen zum 3. Quartal 2009: Maximal könnte die Abgabe bis zu 911 Mio. Euro hereinspielen - sofern alle Bankenbilanzen sowie Versicherungen und Fonds eingerechnet werden. Man werde die nächsten Wochen nützen, um auf konkrete Zahlen zu kommen, so Faymann.

Mit der Bankenabgabe will der Bundeskanzler, dass dem Staat und Steuerzahler zumindest ein Teil des Risikos refundiert wird, das mit der De-Facto-Haftung für die Institute im Krisenfall gegeben ist. Für Faymann ist der Bankenbeitrag "unverrückbar", für Pröll aus Gründen der "Gerechtigkeit" und der Konsolidierung des Staatshaushaltes ein Beitrag auch des Bankensektors nötig. Allerdings seien zuvor noch eine Menge von Voraussetzungen zu klären. Keine Auskunft gaben Faymann und Pröll auf Fragen, ob mit der Bankensteuer eine größere Steuerdebatte angestoßen worden ist.

Neue Steuer frühestens 2011
Zum Zeitplan für die Festlegung und Einführung der Abgabe - bisher sprach das Kanzleramt von Wirksamkeit ab 2011 - verwies Faymann auf festgesetzte Termine zur Budgetkonsolidierung: Das sei Ende 2010 für Budgetwirksamkeit 2011 und dann Ende nächsten Jahres für die Haushalte 2012 und 2013. "Je früher, umso besser." Als "Richtgröße" nannte der Kanzler erneut einen Betrag von rund 500 Mio. Euro.

Gebührenmonitoring zum Schutz
Dass die Abgabe nicht am Rücken von Sparern und Kreditnehmern ausgetragen wird, will die Regierung mit Gebührenmonitoring verhindern. Ansonsten müsse der Wettbewerb helfen. Faymann sagte, dass es schon Preiserhöhungen gegeben habe, ohne dass Steuern erhöht wurden. Planwirtschaft einzuführen sei nicht beabsichtigt, bei Missbrauch oder Absprachen gebe es aber Eingriffspflichten.

(apa/red)

22.2.2010 17:06
War-Lord, 08. 03. '10 14:46
Liebe Regierung - ein anderer Vorschlag meinerseits!!!
Sorry, aber wie lauft das jetzt nochmal...zuerst geb ich wem 100 Mille Förderung damit er nicht pleite geht und die Manager und der Aufsichtrat auch weiterhin schön verdienen - dann sag ich du musst mir jetzt 2 Mille an Steuern zahlen...wow, echt genialer Plan... Also 100 Mille minus 2 Mille ...bleiben noch 98 Mille :-) Ich frage mich nur, wer dabei der Gewinner und wer der Verlierer ist bei dem Geschäft *ggg Und dem blöden Volk erzählt man dann, dass man eh 2 Mille Steuern bekommt, oder wie?? Warum kauft der Staat nicht gleich um 100 Mille Aktionen von diesen Banken,... das ist auch nicht riskanter und jetzt sind die Banken-Aktien eh 70% billiger als noch vor 15 Monaten!!! Da verdienen wir mehr als 2 Mille... weil so haben wir a nur 2 Mille und trotzdem 100 % Risiko der Insolvenz!!
Wien_1190, 23. 02. '10 14:32
Als Banker hat man es auch nicht so leicht!
... Ihr seht das alle von der falschen Seite, die Banken machen natürlich fette Gewinne, nur diese fließen auch zum großen Teil in die Wirtschaft, indem man neue Projekte ins Leben ruft usw (nur so nebenbei das schafft Arbeitsplätze! ).

Die Zinsen werden 100% erhöht, weil keiner lässt sich Geld "wegnehmen" ohne einen "Plan" zu haben wie man es wieder erwirtschaften kann ;)

Interessiert euch doch mal für die Wirtschaft des Landes, dann könnte man 6/10 Kommentaren hier streichen ;)
DrMuck, 23. 02. '10 15:58
Re: Als Banker hat man es auch nicht so leicht!
gegenfrage wer hat ist schuld an der misere?
fireblad, 23. 02. '10 05:34
wers glaubt!
und das ganze zur lasten des kunden!!!

aber ganz sicher nicht so wie der gut ernährte herr finanzminister pröll gestern im fehrnsehn behauptet hat das diese kosten nicht der kunde tragen wird

DAS ICH NICHT LACHE!!!!!!!!
DrMuck, 23. 02. '10 01:30
Einfache Lösung.
Einfach sein Konto kündigen, sein Vermögen von der Bank holen, sein Lohnsackerl beim Chef holen und alles bar bezahlen und dann schauen wir mal wenn das auch nur die hälfte der Österreicher macht, wie die Banken und Politiker blöd aus der Wäsche schauen.
Vasant, 22. 02. '10 16:17
Wer Ausgaben hat muss Einnahmen machen!
Es steht nun also fest, dass die Banken diese 500 Millionen
Euro zahlen "dürfen", aber Fakt ist auch, dass gerade die
Banken dann das Geld auch zusätzlich einnehmen müßen.

Für die Kunden der Banken sind dann also zusätzliche
Mehrwertleistungen/ Kosten unumgänglich und somit
freut sich auf kurzfristig zwar ein Faymann, aber wie
schaut das auf längerfristig dann für uns Kunden aus?
Werden wir uns dann auch freuen? Kann ich mir jetzt
ehrlich gesagt nicht wirklich vorstellen.

Wie mr.sauer richtig bemerkt hat ... die Banken werden
sich das vom Kunden wiederholen, denn andere tolle
Möglichkeiten haben auch die sonst nicht.

Das wird noch sehr spannend!
mr.sauer, 22. 02. '10 14:59
Viel wichtiger
wäre es die Bankmanager in Verantwortung zu nehmen. Die sollten prozentuell für etwaige Verluste gerade stehen (dann würde man vielleicht weniger riskante Geschäfte eingehen). So kann ich fette Bonitäten (bei Gewinn) einstreifen und bei größeren Verlusten (Soehe Alpen Adria) muss der Staat (sprich Steuerzahler) einspringen. Ich glaube auch, dass die Banken sich die Steuer, wahrscheinlich in nur kleinen Dosierungen ( 1€ da 5 € dort) vom Kunden zurückholen werden. Ich glaube nicht, dass das irgendwer auf längere Sicht kontrollieren kann. (es gibt 100000Begründungen für Erhöhungen, die sicher nichts mit der Bankensteuer zu tun haben werden.
Vasant, 22. 02. '10 13:11
Das Volk bleibt wieder auf der Strecke!
Wenn man nun die Banken zur Kassa "bittet", dann werden
sich diese die Ausgaben beim Kunden durch neue und noch
teurere "Gebühren" einholen.

Und warum verhandelt das nicht der Finanzminister mit
den Banken aus, sondern der hilflose Faymann? Also das
ist in so einem wichtigen Gespräch sicher für die Banken
eine leichte Sache, weil der weiß ja schon lange nicht
mehr, was er eigentlich tun soll.

Auf das Ergebnis bin ich gespannt;)
Wilfried1931, 22. 02. '10 11:52
Es geht um Ehrlichkeit
Statt offene und ehrliche Diskussionen zu führen, macht vor allem wieder mal Faymann eine linke Aktion. Er weiß der normal dumme Wähler freut sich wenn andere zahlen und er verschont bleibt. Banken sollen zahlen klingt toll, aber Banken werden ganz einfach diese neue Steuer den dummem Wahlvolk weitergeben, wer wird sie daran hindern?? Keine neuen Steuern war der Slogan von Faymann, aber was ist das jetzt?? Der typische Öster. Politiker macht alles von hinten rum belügt und betrügt, statt mal zu sagen, weil wir nichts tun, keine Reformen (ÖBB, Pensionen, Verwaltung, Gesundheit) sondern immer nur versprechen (jeder wird nur bekommen) und daher Geld verschleudern das wir überhaupt nicht haben, brauchen wir neue Steuern. Was wird nach der letzten Wahl 2010 auf den Bürger zukommen??
hary1965, 22. 02. '10 11:29
Keine neuen Steuern
war ständig zu hören, aber welche Wert hat ein Wahlversprechen? Die Geniale Idee des Politiversagers Faymann einfach eine Idee aus den USA zu kopieren wo völlig andere Strukturen sind, wird natürlich der Konsument spüren. Wenn ein Unternehmen das ohnehin auch bisher seine Steuern bezahlt hat mit wieder neuen belastet wird, was wird es tun?? natürlich den Endverbraucher damit belasten, so geschehen bisher noch immer. Auch SPÖ Wähler werden es mit der Zeit kapieren das ganz einfach Konto und Bearbeitungsgebühren teuerer werden, wie wird der superschlaue Faymann dies verhindern?? Genauso wie er verhindert hat das durch höhere Stuern an Treibstoffen das Fahren und Transportieren teurer geworden ist. Die nächsten Wahlen werden zeigen für wie blöd Politker das Wahlvolk halten können
brabus, 22. 02. '10 10:18
Bankensteuer
Was ist eigentlich die Grundaufgabe einer Bank ? Auf den Punkt gebracht ist sie eigentlich Vermittler zwischen jenen die ihr Geld anlegen wollen und jenen die sich Geld ausborgen wollen. Die einen zahlen Zinsen, die anderen bekommen Zinsen und dazwischen gibt es eine 'Provision' für den Vermittler, mit denen er seine Kosten für die Dienstleistung und Infrastruktur deckt und natürlich auch angemessene Gewinne erwirtschaftet. Weitere Finanzdienstleistungen werden ohnehin durch Gebühren entlohnt. Die Frage ist daher, wieso eine Abgabe (Steuer) auf die erzielten Einnahmen/Gewinne uns Kunden treffen sollten oder gar die Kreditvergabefähigkeit einer Bank beeinträchtigt ? Kann es sein, dass hier mit falschen Argumenten versucht wird, den Futtertrog des Managements (Bonuszahlungen) zu schützen ?
günza, 22. 02. '10 14:04
Re: Bankensteuer
Und genau diese Gebühren werden eben um die Bankensteuer angehoben. Oder aber auch ein wenig mehr. Den Kunden fällt es ja sowieso nicht auf. Damit haben die Banken wieder einen guten Grund die Gebühren zu erhöhen. Ihr werden sehen, dass passiert alles schon noch vor der Einführung der Steuer, damit es dann nicht in einem Zusammenhang steht. Wie war es bisher mit den Buchungen. Die Gutschriften werden zwei bis drei Tage später dem Konto gutgebucht, wenn du aber mit der Bankomatkarte Tanken gehst, ist der Betrag sofort von deinem Konto weg. Kredite werden heute je nach Bonität vergeben. Bei einer mittleren Bonität hast du heute einen Zinssatz von 5-6% und der Referenzzinsatz steht heute bei 0,6%. Die Differenz steckt sich die Bank ein. So einfach ist das. Und was gibt es für Sparzinsen?
hary1965, 22. 02. '10 14:14
Re: Bankensteuer
leider ist dieser Poster wahrscheinlich ein SPÖ Wähler der immer wieder den Lügen seiner Partei glaubt. Wir haben schon seit 1945 ein freies Wirtschaftssystem und keinen Komunismus (der mit den Russen abgezogen ist). Daher werden Zusatzgebühren an den Kunden weiter gegeben, was leider SPÖ Wähler nicht verstehen und sich tierisch freuen das endlich die bösen Kaptitalisten (Banken) zahlen . Daher ist es nicht OK dass der Finanzminister diesen Wähler nicht die Wahrheit erklärt hat und Ö1 hören entspricht nicht der Bildung dieser Schicht. Es ist ganz einfach eine neue Massenstuer, was sogar der naive Bundeskanzerler ohne Berufsausbildung kapiert hat.