Samstag, 20. Februar 2010

Josef Pröll ruft die "CSI-Hypo" ins Leben:
100-köpfige Truppe soll jeden Beleg prüfen

  • Unterstützung für Soko Hypo und Staatsanwaltschaft
  • Insidergeschäfte? Neue Vorwürfe gegen Tilo Berlin

Bei der Aufarbeitung des Hypo-Desasters will Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) nun Ernst machen, berichtete das ORF-Mittagsjournal. Es soll eine "CSI-Hypo" eingerichtet werden. Finanzstaatssekretär Andreas Schieder erwartet, dass bis Ende des Sommers ein aussagekräftiges Ergebnis ermittelt wird: "Bis dahin sollten wir einen umfassenden Überblick haben und alle Details kennen."

Neben den Untersuchungen der Soko Hypo und der Staatsanwaltschaft in der Causa Hypo Alpe Adria soll eine 100-köpfige Truppe ab sofort die bankinternen Vorgänge der vergangenen Jahre prüfen. Jeder Beleg solle umgedreht werden, sagte der Finanzminister.

Neue Vorwürfe gegen Tilo Berlin
Das deutsche "manager magazin" berichtet unterdessen, dass es im Zuge des Verkaufes der Hypo Group Alpe Adria Bank an die Münchner BayernLB im Jahr 2007 schon wesentlich früher als bisher bekannt Kontakte zwischen den Bankhäusern gegeben haben könnte. Demzufolge hat der Vermögensberater Tilo Berlin bereits im November gegenüber Londoner Investoren die Chance angesprochen, die Hypo rasch an die Bayern weiterverkaufen zu können. Berlin dementierte diese Darstellung.

Eine Gruppe von Investoren um Berlin hatte Ende 2006 Anteile an der Hypo erworben und wenige Monate später mit einem satten Millionengewinn an die BayernLB verkauft. Berlin hatte sich mehrfach gegen Vorwürfe gewehrt, er habe beim Geschäft mit der Hypo Insidergeschäfte gemacht. Seine Anwälte betonten, Berlin habe "sowohl im Hinblick auf den Ankauf einer Sperrminorität an der HGAA als auch bei der Veräußerung an die BayernLB stets korrekt und in vollem Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben gehandelt".

(apa/red)

20.2.2010 11:44