Elektroriese Cosmus geht in Konkurs: 10
von 27 Filialen sollen geschlossen werden
- Elektrokette droht in zwei Wochen endgültiges Aus
- Gutscheinbesitzer haben Pech: Papier nichts wert

Die angeschlagene Elektrohandelskette Cosmos hat einen Konkursantrag gestellt. Der angestrebte Ausgleich ist damit gescheitert. Zwar laufen laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) noch intensive Verhandlungen mit verschiedenen Investoren, diese haben jedoch nur einen erheblich reduzierten Teil der Cosmos-Kette ins Auge gefasst. 10 der 27 Filialen geschlossen werden. Masseverwalter Karl Engelhart gibt der Elektrohandelskette noch zwei Wochen: Ist bis dahin kein Investor gefunden, wird Cosmos zerschlagen.
Das Cosmos-Management hat sich überzeugt gezeigt, dass das Unternehmen leicht zu retten gewesen wäre. Nun sieht es für den Elektrohändler alles andere als gut aus. Engelhart hat bereits ein Ultimatum ausgesprochen: "In 14 Tagen muss ein Ergebnis über einen Investor vorliegen, ansonsten müssen wir liquidieren", sagte er.
Laut Management hätten sich mittlerweile allerdings Interessenten gemeldet. Es gäbe also Hoffnung - zumindest für einen Teil der Beschäftigten. "Der Konkurs ist kein Nachteil für Investoren und eine Auffanglösung, weil hiermit alle Altlasten zur Gänze bereinigt sind und ein wirklicher Neustart erfolgen kann", lockt die Cosmos-Geschäftsführung mögliche Investoren.
"Die laufenden Meldungen - nicht nur in den Medien - wegen des Scheiterns des Ausgleichs haben Lieferanten so verunsichert, dass die Warenversorgung so schlecht wurde, dass keine ausreichenden Umsätze mehr erzielt werden konnten. Somit fehlen vernünftige Spannen, die den Fortbestand im Ausgleich gerechtfertigt hätten. Schade um Cosmos, das Unternehmen wäre leicht zu retten gewesen. Ein praktisch entschuldetes Unternehmen muss jetzt wegen fehlender Warenversorgung in den Konkurs", heißt es in der Mitteilung.
Mitarbeiter beim AMS angemeldet
Bei Cosmos sind 1.160 Mitarbeiter beschäftigt, alle wurden bzw. werden beim AMS zur Kündigung angemeldet. "Es schaut sehr schlecht aus für die Dienstnehmer", sagte Christoph Vavrik vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV).. "Das ist ein Aschermittwoch für die Beschäftigten."
Besitzer von Cosmos-Gutscheinen werden sich voraussichtlich um das Geld nicht mehr viel kaufen können. Bereits in den letzten Tagen seien keine Gutscheine mehr zur Zahlung akzeptiert worden, man habe einen Ersatzanspruch, den man grundsätzlich im Konkurs anmelden könne, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI).
Aufpassen muss man allerdings, ob sich das überhaupt auszahlt. Ein Rechenbeispiel des VKI: Bei einem Gutschein von 100 Euro und einer Konkursquote von beispielsweise 10 Prozent erhält man 10 Euro, die Gebühren betragen aber 20 Euro. Die Ersatzraten im Konkursfall werden unter 40 Prozent erwartet. Die Gutscheine verfallen zwar nicht, die Ansprüche lassen sich wirtschaftlich aber nicht durchsetzen, so VKI-Chefjurist Peter Kolba. Findet sich ein Investor, der nur die Filialen weiterführt, müssen die Gutscheine nicht akzeptiert werden. Nur für den Fall, dass das gesamte Unternehmen fortgeführt wird, gelten die Gutscheine weiter.
(apa/red)
