Duell Schlierenzauer gegen Ammann: Auf
der Großschanze wollen beide die "Goldene"
- ÖSV-Adler fühlt sich auf Großschanze richtig wohl
- Quartett landet in Quali aber weit hinter Ammann

·Ammanns Bindung entspricht den Regeln
FIS bezieht klar Stellung:
ÖSV gibt sich zufrieden
·Ammann-Bindung für Innauer regelwidrig
Protest-Einlegung seitens des ÖSV könnte folgen
Nach der Aufregung um die Bindung des Simon Ammann, die möglicherweise in einigen Wochen mit einem Lächeln betrachtet werden wird, geht es heute (20.30 Uhr MEZ) bei den Skispringern endlich wieder um Medaillen. Der nunmehr dreifache Olympiasieger Ammann gilt auch auf dem großen Bakken als der große Favorit. Es darf aber erwartet werden, dass Olympiadebütant Gregor Schlierenzauer mit Bronze in der Tasche lockerer an die Sache herangehen wird. Und auch vom Rest des starken ÖSV-Teams ist eine Steigerung zu erwarten.
Mit einem Doppelsieg hatte sich Gregor Schlierenzauer im Jänner 2009 den Kanadiern im Whistler Olympic Park vorgestellt und hatte mit 149 Metern gleich einen gewaltigen Schanzenrekord markiert. "Aber darum kann ich mir nichts kaufen. Es ist auf jeden Fall eine geile Schanze mit einem neuen Profil, was mir sehr taugt. Letztes Jahr hat es top funktioniert, es ist eine meiner Lieblingsschanzen."
"Bin nicht mehr so nervös"
Schlierenzauer empfindet den Olympiabakken fast schon wie eine Flugschanze. "Man fährt mit 95 km/h runter, das gibt es sehr selten im Weltcup, und kann bis zu 150 m springen." Grundsätzlich erwartet sich der 32-fache Weltcupsieger einen routinierteren Auftritt als bei seinem Debüt im Zeichen der Fünf Ringe. "Jetzt habe ich schon zwei olympische Sprünge in den Füßen, jetzt weiß ich, wie es abläuft, ich bin sicher nicht mehr so nervös, im Gegenteil, erleichtert, dass ich schon eine Medaille habe."
Der Topfavorit heißt aber Simon Ammann, der - Bindung hin oder her - stabil gute Form gezeigt hat. Dem dreifachen Olympiasieger könnte ein ähnlicher Lauf zugetraut werden wie schon 2002, als er ebenfalls beide Goldenen im Einzel geholt hat. Für unbezwingbar hält sich Ammann aber nicht einmal selbst. "Er ist generell zu besiegen, egal auf welcher Schanze. Er hat momentan einen Formlauf, es spielt alles für ihn rein." Doch Schlierenzauer war dann doch zu einer Art Kampfansage bereit: "Man hat im Training gesehen, dass er nicht untouchable ist. Wenn ich meine Sprünge zeige, dann weiß ich, dass sehr wenige eine Chance haben werden."
Morgenstern hat Medaille als Ziel
Auch Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern will seine Trainingsleistungen diesmal besser umsetzen als auf der Normalschanze. "Eine Einzelmedaille ist bei einer Großveranstaltung immer das Ziel." Der Kärntner wäre mit jeder Farbe des Edelmetalls zufrieden. "Es ist alles andere als einfach, weil sehr viele um Gold mitspringen können. Simi ist immer schon sehr stark, Adam hat sich auf jeden Fall um einiges gesteigert", so Morgenstern. Auch Anders Jacobsen von den Norwegern und den Finnen Janne Ahonen ("den darf man nie abhaken") hat er noch auf der Rechnung.
Für Morgenstern, der wie Schlierenzauer auch schon einen Abstecher nach Vancouver gemacht hat und begeistert von den Fans war ("Das ist Patriotismus brutal"), ist die Ausgangslage ähnlich wie schon 2006. "Es ist gleich wie damals", meinte er lachend. Vor vier Jahren war Morgenstern zunächst Neunter von der Normalschanze geworden (diesmal Achter) und hatte danach sowohl Gold von der Großschanze als auch mit dem Team geholt. Auch Andreas Kofler und Wolfgang Loitzl, die sich im Kampf um zwei Startplätze gegen Martin Koch durchgesetzt haben, hatten im Training eine Steigerung erkennen lassen.
Ob dieses Quartett auch den Teambewerb am Montag bestreitet wird Cheftrainer Alexander Pointner noch entscheiden.
Qualifikation: Amman springt ÖSV-Adlern davon
Gregor Schlierenzauer hat in der Qualifikation für das Olympia-Skispringen von der Großschanze den besten Eindruck der Österreicher hinterlassen. Der Drittplatzierte von der kleinen Schanze sprang bei gleichem Anlauf allerdings 5,5 Meter kürzer als Normalschanzen-Olympiasieger Simon Ammann (SUI), der nach anhaltenden Diskussionen um seine Bindung bei 140,0 m landete. Silbermedaillengewinner Adam Malysz (POL) kam auf 133,5 m.
Von den aufgrund ihrer Positionen im Weltcup weiteren vorqualifizierten Österreichern war Turin-Doppelolympiasieger Thomas Morgenstern (129,5 m) der Beste. Andreas Kofler und Wolfgang Loitzl (beide 125,5 m) konnten nicht mit der Spitze mithalten. Der Japaner Noriaki Kasai gewann die Qualifikation, er sprang mit deutlich mehr Anlauf als die Gesetzten 142,5 m.
(apa/red)










