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17.2.2010 23:22

"So sollen Abfahrten immer sein":
Görgl nach Bronze im Freudentaumel

  • Fischbacher verpasste um 3/100 eie Medaille
  • Kleine Auferstehung des Damen-Abfahrtsteams

Die OIympia-Abfahrt hat Elisabeth Görgl in die Knie gezwungen. Aber zum Glück erst nach der Ziellinie. Die Steirerin hatte auf der schwierigsten Strecke des ganzen Winters alles gegeben, war völlig blau gegangen und musste lange um die Medaille zittern. Mit Bronze erfüllte sie sich einen Riesentraum, während Teamkollegin Andrea Fischbacher um drei hundertstel Sekunden das Podest verpasste. In Summe war es eine kleine Auferstehung des heuer so schwer gebeutelten rot-weiß-roten Damen-Abfahrtteams.

Wie viele Läuferinnen in vielen Rennen vor ihr durchlebte Görgl, die bereits mit Startnummer fünf die ruppige "Franz's" hinuntergejagt war, ein Wellental der Gefühle. Zuerst die Freude über den großen Vorsprung im Ziel, dann zusehen, wie ihr die US-Amerikanerin Julia Mancuso mit einer perfekten Fahrt neun Zehntel abnahm. Nach dem Goldauftritt von Lindsey Vonn (USA) folgte das lange Bangen um die Bronzemedaille, die ihr beim Angriff von Anja Pärson schon entglitten war, nach dem Zielsprung und dem Sturz der Schwedin aber wieder um den Hals baumelte.

"Ich hatte keinen perfekten Lauf und bin deshalb sehr, sehr glücklich, dass das fürs Podium gereicht hat. Es war ein Riesentraum, eine Medaille zu machen, aber ich weiß, dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre", sagte die Gewinnerin von drei Weltcuprennen, die zwischen vorletzter und letzter Zwischenzeit ein paar Zehntel liegen gelassen hatte. "Ich habe dann zumindest noch alles probiert, um aus der Situation das Beste zu machen."

"Genauso sollten Abfahrten immer sein"
Mit der Abfahrt selbst hatte sie ihre helle Freude: "Es ist so geil, genauso sollten Abfahrten immer sein, meiner Meinung nach. Es ist unruhig, man kann nicht alles in der Hocke fahren, genau das macht es aus, dass man wirklich arbeiten muss. Für mich ist das viel interessanter, als runterfahren und abschwingen, das ist fad." Nein, Autobahn - wie es einige im Weltcupkalender gibt - ist die Olympiaabfahrt keine, spektakulär hingegen schon und ein Genuss zum Zuschauen, wenn auch die zahlreiche Stürze schmerzten.

Nach nur einem Training - und bei diesem war die Abfahrt in zwei Teilstücken absolviert worden - waren am Mittwoch die perfekten Skifahrerinnen gefordert. Extrem weit ging der Zielsprung und bei manchen reichte die Kraft nicht mehr. "Er hat mich auch ein bisserl überrascht. Ich war ziemlich blau im Ziel", gab Görgl zu, die es bei der Landung auch heftig reingedrückt hatte. Da war es vom Vorteil, dass die Damen im Steilen landeten. "Der Sprung klatscht nicht und es geht nicht auf die Knie, das passt", erläuterte die "blecherne" Fischbacher.

Angesprochen auf die Auferstehung des Damen-Abfahrtsteams, verzog die Salzburgerin keine Miene. "Das klingt schön, aber bei Olympia zählen nur die ersten Drei, und da bin ich um drei Hundertstel nicht dabei. Und das ist ein bisserl hart." Sie habe von Start bis Ziel richtig Gas gegeben und versucht, ihr Bestes zu geben. "Ich habe teilweise umgesetzt, was ich im Training gezeigt habe. Im unteren Teil hatte ich einen blöden Fehler, deshalb hat es für weiter vorne nicht gereicht."

Wie Görgl genoss Fischbacher das Erlebnis auf der Piste und konnte ihre technischen Fähigkeiten, die sie als Super-G-Fahrerin mitbringt, ausspielen. "Du bist von Start bis Ziel gefordert, musst von oben bis unten kämpfen. Du darfst nie auslassen und die Strecke lässt dich nie aus."

(apa/red)

17.2.2010 23:22
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