Militär putscht gegen Nigers Präsidenten:
Gewaltsamer Aufstand offenbar erfolgreich
- Mindestens drei Tote bei Gefrechten in Hauptstadt
- Wachsende Spannung seit Auflösung des Parlaments

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Im dem westafrikanischen Land Niger hat das Militär gegen den Präsidenten geputscht. In Armeekreisen hieß es, der Staatsstreich unter dem Kommando von Major Adamou Harouna sei erfolgreich gewesen. Präsident Mamadou Tandja und seine Minister würden in der Nähe des Präsidentenpalastes festgehalten. Bei den Gefechten wurden nach Krankenhausangaben mindestens drei Soldaten getötet.
Zuvor waren über mehrere Stunden hinweg Schüsse in der Hauptstadt Niamey zu hören gewesen. Aus dem Präsidentenpalast stieg Rauch auf. Tandja wird offenbar in einer Kaserne nahe der Hauptstadt Niamey festgehalten.
Nach Angaben aus Polizeikreisen waren Angreifer mit gepanzerten Fahrzeugen in die Hauptstadt gekommen. Gegen Mittag waren die Gefechte mit Maschinengewehren und schweren Waffen ausgebrochen. Soldaten sperrten Straßen, auch die zum Büro des Ministerpräsidenten. In ein Krankenhaus der Hauptstadt wurden fünf verwundete Soldaten eingeliefert. "Die Kämpfe zeigen, dass sich die politische Krise verschärft hat", sagte Sicherheitsexpertin Rolake Akinola. Selbst unter den Anhängern des Präsidenten wachse die Unzufriedenheit.
Spannungen seit Auflösung des Parlaments
Tandja hatte vergangenes Jahr seine Machtbefugnisse ausgebaut, was die Spannungen im Land angeheizt hatte. Das Staatsoberhaupt hatte das Parlament aufgelöst und eine Verfassungsreform durchgesetzt, um nach Ablauf seiner zweiten fünfjährigen Amtszeit im Dezember 2009 an der Spitze des Staates bleiben zu können. Das Verfassungsgericht hatte ein von ihm dazu angesetztes Referendum für illegal erklärt. Daraufhin löste Tandja das Gericht auf und besetzte es mit Vertrauten. Sein Vorgehen stieß bei Nachbarländern und der internationalen Gemeinschaft auf scharfe Kritik.
Niger ist reich an Uran und anderen Bodenschätzen. An deren Ausbeutung sind internationale Firmen wie Frankreich Areva und Kanadas Cameco beteiligt.
(apa/red)
