Warten auf den neuen SPÖ-Chef in Kärnten:
Kaiser und Manzenreiter um Rohr-Nachfolge
- Kampfabstimmung beim Parteitag am 27. März
- Scheidender Parteichef ruft SPÖ zu Einigkeit auf

Der Versuch der Kärntner SPÖ, sich im Vorfeld des Parteitages am 27. März auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Parteivorsitzenden zu einigen und eine Kampfabstimmung zu vermeiden, ist gescheitert. Bei der Klausur des Parteipräsidiums in Klagenfurt wurden sowohl der Villacher Bürgermeister Manzenreiter als auch Gesundheitslandesrat Kaiser für die Funktion vorgeschlagen.
Der scheidende Parteichef Rohr unterstrich, die Wahl des neuen Parteichefs impliziere nicht die Entscheidung über den nächsten Spitzenkandidaten. Er rief die Partei zur Einigkeit auf, die "schlechte Tradition", dass der oder die jeweilige Vorsitzende bereits kurz nach der Kür zum Chef wieder von den eigenen Leuten angegriffen werde, endlich zu beenden. "Das hat es die letzten 20 Jahre gegeben, damit muss jetzt Schluss sein."
Manzenreiter, der an der Sitzung nicht teilnahm, bekräftigte: "Ich bin Kandidat am 27. März beim Parteitag." Er sei von der "überwältigenden Mehrheit der Bezirke" vorgeschlagen worden und nehme diesen Auftrag an. Er meinte zudem, es habe ihn auch niemand dazu aufgefordert, zugunsten von jemand anderem zu verzichten. Gefragt, ob er eventuell verzichten würde, sagte er: "Sicher nicht, ich kandidiere."
Kaiser will Ruhe in die Partei bringen und die Erneuerung vorantreiben, die in den vergangenen Monaten begonnen worden sei. Ein "Durchgriffsrecht" in personellen Fragen, wie es Manzenreiter dem Vernehmen nach gefordert hat, lehnt der Klagenfurter ab. "Ich brauche kein Durchgriffsrecht, ich bin ein Teamspieler. Personelle Entscheidungen sollten vom Vorsitzenden gemeinsam mit den Gremien getroffen werden. Dies gelte seiner Ansicht nach auch für seinen Konkurrenten.
(apa/red)
