Versuchte Geiselnahme in der Justizanstalt Josefstadt: Häftling stach Beamten nieder
- Leiterin: "Er hat sich ungerecht behandelt gefühlt"
- Untersuchungshäftling war offenbar geistig verwirrt

Eine versuchte Geiselnahme hat in der Justizanstalt Josefstadt in Wien glimpflich geendet. Wie die Leiterin der Anstalt, Helene Pigl bestätigte, wollte ein offenbar geistig verwirrter Häftling im Spitalsbereich während einer Visite eine Ärztin in seine Gewalt bringen, was ihm jedoch misslang. Auf der Flucht durchs Gebäude stach er einen Wachebeamten nieder. Wenig später konnte der Häftling in Gewahrsam genommen werden.
"Er hat sich ungerecht behandelt gefühlt", berichtete Pigl im Gespräch mit der APA. Der Mann saß in Untersuchungshaft und musste nach einer möglichen Verurteilung mit der Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher rechnen. In der Krankenabteilung kam es schließlich zu dem Zwischenfall: Zuerst versuchte er, die anwesende Ärztin als Geisel zu nehmen. Als dieser Versuch misslang, flüchtete der Häftling aus dem Krankenzimmer und stach dabei einen Justizwachebeamten nieder - laut Pigl "mit einer Art Messer".
Wenig später konnte der Mann gefasst und in eine Einzelzelle gesperrt werden. Der Beamte musste mit einer Stichwunde am Oberkörper ins Krankenhaus eingeliefert werden, es bestand aber keine Lebensgefahr. Die Ärztin kam mit dem Schrecken davon.
(apa/red)
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