Der Andrang hält sich in Grenzen: 76 Paare besiegelten bislang eine Homo-Partnerschaft
- Gesetz für Schwule und Lesben ist seit Jänner in Kraft
- Großteil der Partnerschaften wird in Wien geschlossen

Im ersten Monat seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Homo-Partnerschaft haben nur 76 Paare in ganz Österreich ihre Beziehung offiziell besiegelt. Es handelte sich dabei um 58 schwule und 18 lesbische Pärchen. Die meisten Verpartnerungen wurden in der Bundeshauptstadt eingetragen, das geht aus einer internen Erhebung des Innenministeriums hervor.
In Wien wurden im Jänner 43 Eingetragene Partnerschaften registriert, in Niederösterreich waren es 13 und in der Steiermark acht. Darauf folgen Kärnten mit fünf, Oberösterreich mit vier und Tirol mit zwei Zeremonien. In Salzburg entschloss sich überhaupt erst ein Paar zu diesem Schritt. In Vorarlberg und Burgenland nahm noch niemand diese neue Möglichkeit wahr.
Der Großteil der Eingetragenen Partnerschaften wird in Städten geschlossen. Von den fünf "Verpartnerungen" in Kärnten etwa gab es vier am Magistrat in Klagenfurt und eine in Villach. In Niederösterreich wurden laut Angaben des Ministeriums auch die Bezirkshauptmannschaften wie etwa in Gmünd, Hollabrunn oder Bruck an der Leitha konsultiert.
Gesetz steht unter Beschuss
Unterdessen plant das Rechtskomitee Lambda, noch innerhalb der nächsten zwei Wochen rechtlich gegen das Gesetz zur Homo-Partnerschaft vorzugehen. Insgesamt nennt der Präsident der Homosexuellen-Lobby, Helmut Graupner, fünf Punkte, die nun am Rechtsweg erstritten werden sollen: Die Möglichkeit der "medizinisch unterstützten Fortpflanzung" für Homosexuelle, die "Verpartnerung" auch heterosexueller Paare, die Eintragung der Partnerschaft am Standesamt, die Möglichkeit einer rechtswirksamen Zeremonie außerhalb der Amtsräume und ein besseres Namensrecht.
Im ersten Fall ist eine direkte Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) möglich, in den vier anderen muss laut Graupner vorher der volle Rechtsweg ausgeschöpft werden. Die noch relativ geringe Zahl von inzwischen 76 Eingetragenen Partnerschaften erklärt Graupner unter anderem mit der kalten Jahreszeit.
(apa/red)
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