Montag, 15. Februar 2010

Keine Entwarnung für Wintersportler: Akute
Lawinengefahr in weiten Teilen des Landes

  • Experten: Vorsicht vor allem im steilen Gelände
  • Lawinenabgang in Vorarlberg: Belgier tot geborgen

An der heiklen Lawinensituation in Österreich hat sich nichts geändert. Experten warnten weiterhin vor einer erheblichen Gefahr in Tirol, Salzburg, der Steiermark und in Ober- und Niederösterreich. Nach dem Lawinenabgang im Vorarlberger Riezlern, bei dem ein Belgier starb, wurde nun dessen Landsmann bei einer gefährlichen Aktion tot geborgen.

Aufgrund der Steilheit des Hanges mussten die Retter und Lawinenhunde per Helikopter in den Hang geflogen werden. Zuvor waren mit insgesamt neun Schuss Schneebretter vom Lawinenhang abgesprengt worden. Der 54-jährige Belgier war ebenso verschüttet worden wie ein 41-jähriger Landsmann aus Malle (Bezirk Antwerpen).

Skifahrer in Vorarlberg abgestürzt
Auch in Vorarlberg kam es zu einem Unglück. Ein 42-jähriger Skifahrer aus Deutschland ist im Kleinwalsertal rund 30 Meter im freien Fall abgestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Ein Begleiter des Mannes alarmierte die Rettungskräfte. Der verunglückte Variantenfahrer aus Ulm erlitt bei dem Sturz mehrere Brüche. Er wurde vom Rettungshubschrauber per Seil geborgen und ins Krankenhaus gebracht, informierte die Polizei.

In mittleren und hohen Lagen Tirols bestand teilweise immer noch eine "heikle Lawinensituation" für Wintersportler. Die Gefahrenstellen werden "nur langsam weniger". Schneebrettlawinen können im Steilgelände unverändert durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Auch in Salzburg wird die Gefahr oberhalb der Baumgrenze als meist erheblich (Stufe 3) eingeschätzt, ebenso in Niederösterreich und im gesamten Ober- und weststeirischen Raum.

Zwei Tourengeher verletzt
In Oberösterreich landeten zwei Skitourengeher im Spital. Ein Sportler stürzte in Roßleithen (Bezirk Kirchdorf), der andere nahe der Simonyhütte auf dem Dachstein. Die Verletzten mussten ins Krankenhaus geflogen werden. Die Lawinengefahr wurde mit Warnstufe 3 nach wie vor als erheblich eingestuft.

Die meisten Gefahrenstellen gibt es in steilen Rinnen, Gräben und steilen Schattenhängen, aber auch im lichten, steilen Hochwald. Der Schneedeckenaufbau gilt insgesamt noch als ungünstig.


(apa/red)

15.2.2010 15:55