Atomstreit mit Iran schlägt hohe Wellen in Israel: Netanjahu fordert harte Sanktionen
- Israelische Zeitung: Iran zeigt Westen "Stinkefinger"
- US-Senator Lieberman droht Teheran mit Militärschlag

·Ahmadinejad macht seine Drohungen wahr
Mit Uran-Anreicherung
in Natans begonnen
·Atomstreit schlägt hohe Wellen in Israel
Netanjahu fordert harte Sanktionen gegen Iran
·Iran lässt weitere Kritiker hinrichten
Protest aus Österreich:
"Völlig inakzeptabel"
Das Bild des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad mit einer riesigen weißen Schutzbrille prangte auf den Titelseiten der israelischen Tageszeitungen. Die als etwas skurril empfundene Aufmachung passt zum Image des Iraners in Israel, wo viele ihn als eine Art "verrückte Witzfigur" sehen, die sich nach westlichen Maßstäben nicht rational verhält. Die Möglichkeit, dass ein solcher Führer eines Tages Atomwaffen kontrollieren und einsetzen könnte, erscheint aus israelischer Sicht daher umso gefährlicher.
Ahmadinedschads Ankündigung über den Beginn der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent nährt die Sorgen im jüdischen Staat, der sich von dem iranischen Atomprogramm existenziell bedroht fühlt.
"Israel und ganze Welt besorgt"
"Israel und die ganze Welt sind besorgt darüber, dass der Iran nicht dazu bereit ist, Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren", sagte der israelische Iran-Experte Uzi Eilam. Der Westen habe Ahmadinedschad einen "bequemen Ausweg" angeboten, der habe dies jedoch ausgeschlagen. Eilam sieht den jüngsten Zickzack-Kurs Teherans in der Atomfrage als Beweis dafür, dass die iranische Führung "kein Problem damit hat, wie gedruckt zu lügen".
Auch ein Kommentator der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" schrieb, die iranische Führung zeige dem Westen einfach den "Stinkefinger". "Der Iran schreitet weiter fort in Richtung Urananreicherung für die Produktion von Atomwaffen, und sobald die Produktionsstätten voll im Einsatz sind, wird eine Kontrolle schwerlich möglich sein."
Lieberman dohte mit Militärschlag
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz hatte der einflussreiche US-Senator Joe Lieberman Teheran mit einem Militärschlag gedroht. Der Auftritt des iranischen Außenministers Manuchehr Mottaki, der zunächst als Hoffnungsträger galt, wurde auch von vielen anderen Konferenzteilnehmern als provokativ empfunden. Eine militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten sieht Iran-Experte Eilam jetzt aber nicht unbedingt näher rücken. Der Westen müsse zunächst die Möglichkeit harter Sanktionen gegen den Iran ausschöpfen, meint er.
Regierungschef Benjamin Netanjahu will bei seinem ersten offiziellen Russland-Besuch seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr auf ernsthafte Sanktionen gegen den Iran drängen.
(apa/red)

