Niemand ist mehr für Habsburgerverbot:
Auch Oppositionsparteien für Streichung

  • Nötige Zwei-Drittel-Mehrheit damit wahrscheinlich
  • Streichung wohl erst nach Bundespräsidentenwahl

Recht lange wird Bundeskanzler Werner Faymann nicht diskutieren müssen, um die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit für die Streichung des Habsburger-Verbots bei Bundespräsidentenwahlen zusammenzubekommen. Denn die Opposition tritt - wie schon im Dezember - geschlossen dafür ein, diese Bestimmung aus der Verfassung und dem Bundespräsidentenwahlgesetz zu eliminieren. Vor der Wahl am 25. April wird dies aber nicht mehr passieren, stellt SPÖ-Klubchef Josef Cap klar.

Alexander Van der Bellen, der außenpolitische Sprecher der Grünen, zeigte sich erfreut, "dass SPÖ und ÖVP die Ansicht der Grünen teilen, dass das Kandidatur-Verbot der Habsburger - und anderer regierender Häuser - für die Bundespräsidentenwahl nicht mehr zu rechtfertigen ist". Die Grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol will die Gelegenheit auch gleich nützen, um Einwanderern ein Wahlrecht auf kommunaler Ebene zukommen zu lassen.

Die FPÖ ist nach wie vor dafür, das Verbot für Mitglieder regierender und ehemals regierender Häuser zu streichen, betonte ein Sprecher von Parteichef Heinz-Christian Strache. Auch das BZÖ steht einer Streichung des Habsburger-Vorbehalts offen gegenüber.

Verbotsaufhebung noch vor der Wahl
SPÖ-Klubobmann Cap hat klargestellt, dass die SPÖ dem Wunsch der ÖVP, das "Habsburger-Verbot" rasch noch vor der Bundespräsidenten-Wahl am 25. April abzuschaffen, nicht nachkommen werde. Die SPÖ habe ein umfassendes Prüfverfahren in Auftrag gegeben, erst wenn dies abgeschlossen sei, werde die SPÖ den konkreten Verhandlungsprozess mit den anderen Parteien aufnehmen, kündigte Cap an.

(apa/red)

11.2.2010 15:51
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drache68, 09. 02. '10 10:01
Glanz der Kaiserzeit
Die Habsburger herrschten nicht fast 1000 sondern 636 Jahre über Österreich. Lernens Geschichte Drahthuhn. Außerdem ist Geschichte immer aus dem Blickwinkel der Zeit zu sehen. Die Habsburger waren weder besser noch schlimmer als andere Herrscher der Vergangenheit. Heute freilich ist eine Monarchie nicht mehr zeitgemäß. Allerdings sonnen wir uns noch immer in Glanz der Kaiserzeit. Was wäre Wien ohne Schönbrunn der Ringstrasse und all den anderen Bauwerken. Davon leben sehr viele Menschen und das ist Teil unserer Identität. Außerdem bezweifle ich, dass die Habsburger in der heutigen Zeit unsere Demokratie erschüttern oder gefährden könnten. Das ist lächerlich.
m3dicus, 09. 02. '10 10:52
Re: Glanz der Kaiserzeit
Unsere "Demokratie"???
Wann wachen die Leute endlich auf und erkennen, dass diese "Demokratie" gar nicht mehr existiert?
Gebt ihnen Brot, Spiele und Wahlen und sie halten ihre, im Alltag gefangene, Klappe ...
WolfgangSchuessel, 09. 02. '10 06:09
Dafür ist die Zeit noch nicht gekommen
Die Christdemokratie und Sozialdemokratie hat in diesem Fall unrecht. Es sollten keinerlei Änderungen an den bestehenden Gesetzen vorgenommen werden. Die Zeit ist noch nicht reif dafür. Ich bin ebenfalls Politiker und ein Parteikollege von W. Molterer und bin in diesem Fall gegen eine Änderung der Gesetze denn die früheren Generationen kämpften lange um eine "halbwegs" gerechte Demokratie. Habsburger wollten immer konstitutionelle und demokr. Bewegungen verhindern. Die Demokratie will sich eben gegen Versuche schützen, wieder von Kaiserdynastien regiert zu werden. Dies könnte bei einem Habsburger Bundespräsidenten zumindest schleichend, oder durch einen Putsch wiedereingeführt werden. Man mag darüber schmunzeln - aber diese Gefahr besteht. Deshalb werde ich einer Änderung nicht zustimmen!
Cumberland, 09. 02. '10 07:26
Re: Dafür ist die Zeit noch nicht gekommen
Ich würde mir an ihrer Stelle einen unverfänglicheren Nickname suchen und ein bisschen Grundwissen über demokratische Recehte: Genauso wie es in Österreich keine Monarchie mehr gibt, gibt es auch keine Sippenhaftung, das gilt für einen Ulrich Habsburg-Lothringen genauso wie für eine Arigona Zogaj. Und die Gefahr eines Putsches durch "die Habsburger" ist in Österreich ungefähr so groß wie durch "die Mayers", die aber insofern gefährlicher sind, weil sie mehr sind!
sidestep, 11. 02. '10 11:47
Re: Dafür ist die Zeit noch nicht gekommen
Manchmal wäre es ohnehin besser von Kaiser und Königen regiert zu werden als von einem Faymann, Pröll, Häupl oder Strache. So ein Kaiser (Palfrader) wäre wesentlich besser zu seinm Volk als es die angesprochenen Politiker sind, die durchwegs als Nieten bezeichnet werden können!
drahthuhn, 13. 02. '10 09:28
Re: Dafür ist die Zeit noch nicht gekommen
Das erste Mal, daß ich mit Ihnen einer Meinung bin - und das mit Vergnügen!
Ihr,
Kruno Breisky
Ibikus, 08. 02. '10 18:39
Na Gott sei Dank.........
da scheinen nun doch einige Politiker das bischen Hirn, welches noch vorhanden ist, zusammengekratzt zu haben und das ganze einer vernünftigen Lösung zuzuführen. Besser spät als überhaupt nicht, vielleicht wird ja dann Österreich wieder "Lebenswert"?!
drahthuhn, 09. 02. '10 02:24
Re: Na Gott sei Dank.........
Da sieht man, wie schnell die Bevölkerung vergißt. daß es einen Grund gab, diese Leute nicht mehr ins Land zu lassen. Fast tausendjährige Präpotenz, Kriege, Morde, Unterdrückung, Rechtsfaschismus sind nichts, was? Geben wir denen auch das zurück, von dem sie behaupten,es gehöre IHNEN? Kein Wunder, daß diese Schicht in Zeiten wie diesen glaubt, Oberwasser zu bekommen. Die Repressalien gegen diese Leute gehören VERSTÄRKT. Aber unsere Menthalität ist nun einmal eine kriecherische, wurden wir doch in Jahrhunderten darauf hingedrillt. Man braucht ja nur zu verfolgen, wie sich GEWÄHLTE Mandatare gebärden, werden sie doch von den Medien 'Landesfürsten' genannt. NIEDERTRÄCHTIGER dem Volk gegenüber geht es nicht mehr.
Wir haben ja auch einen HOFRAT ohne Hof.
Tjaja, die guten alten Zeiten, gell?
Cumberland, 09. 02. '10 07:32
Re: Na Gott sei Dank.........
Liebe/r/s drahthuhn!
Bezüglich Sippenhaftung siehe oben, bezüglich österreichische Arschkriechermentalität im allgemeinen aber absolute Zustimmung meinerseits!.
Etwas ganz anderes ist die Frage von Besitz, auch da Zustimmung: In meinen Augen ist der Besitz der kaiserlichen Familie völlig zu recht dem österreichischen Staat zugefallen, haben es die Habsburger doch auch vorher in Ausübung ihrer Funktion als Staatsoberhäupter zusammengerafft - hätten sie zu einer Zeit, in der sie noch die Macht dazu hatten, dafür gesorgt, sauber zwischen Staats- und Privatvermögen zu unterschieden, müßte man sich das anschauen, stattdessen haben sie ganz Österreich-Ungarn als Privatbesitz angesehen und damit sämtliche Ansprüche der heute persönlich daran unschuldigen Erben ad absurdum geführt. Sorry!
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