Mittwoch, 10. Februar 2010

Neue EU-Geldgesetze: Markus R. Leeb
über die Finanzpolitik in Brüssel

  • Die neue EU-Richtlinie verändert Europas Finanzleben
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Eine umfassende Regulierung des Finanzmarktes haben uns die Staatenlenker beim G-20-Gipfel in London bereits Anfang April letzten Jahres versprochen. Transparenz und Kontrolle wurden als Ziele vorgegeben. In Brüssel beschäftigt man sich nun seit Monaten mit dem Thema. Das Ergebnis ist die „Richtlinie für Alternative Investmentfondsmanager“ (AIFM).

Damit will die EU mehr Transparenz für Anleger schaffen. Der Entwurf dieser AIFM-Richtlinie liegt vor. Und nicht nur dieser, sondern mittlerweile ganze 2.000 Abänderungsanträge, wie mir der damit vonseiten der Sozialdemokraten befasste luxemburgische EU-Abgeordnete Robert Goebbels letzte Woche bei meinem Besuch in Brüssel erzählte. Interessant die Diskussionskreise: Liberale Abgeordnete versuchen die Verbotstendenzen ihrer linken Kollegen einzudämmen. Vertreter der Finanzindustrie wie der Wiener Markus Weigl von Superfund werden angehört. Noch ist vieles offen, aber ganz klar ist: Die Richtlinie wird im Herbst kommen und Europas Finanzleben verändern. Künftig wird es eine einzige Zulassung, einen „EUPassport“, geben. Die Manager der Fonds werden zur Verantwortung gezogen, Banken müssen haften. Kurzum: Große werden es leichter haben. Fraglich bleibt, wie mündig wir privaten Anleger dann noch sein werden.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

10.2.2010 13:47
brabus, 11. 02. '10 16:48
Finanzindustrie ...
... das Wort allein gibt schon zu denken. EU Richtlinien sind sinnvoll, wenn sie tatsächlich etwas bringen (man erinnere sich an die Krümmung von Gurken). Solange es jedoch Zockern erlaubt ist, das Geld der Anleger dazu zu verwenden um Gewinne zu erzielen, die jenseits der Realwirtschaft liegen und letztendlich nur das Geld von einer Seite auf die andere verschieben (80:20 Gesellschaft), damit direkt oder indirekt Arbeitsplätze vernichten und Krisen generieren, solange sind Richtlinien nicht das Papier wert auf dem sie stehen.