Mittwoch, 10. Februar 2010

Weshalb Faymann schon gewonnen hat

  • Tatjana Duffek über den Ruf nach der Bankensteuer
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Der Kanzler machte die Bankensteuer erfolgreich zum Thema. Das ist ein Teil des Jobs. Aber seine Obama-Vorlage birgt Risiken.

Was der Kanzler kann, das kann er. Ein Talent kann man Werner Faymann jedenfalls nicht absprechen: jenes, im Kampf um mediale Präsenz Regie zu führen. Jetzt war ihm wieder ein Erfolg vergönnt. In Kürze lädt Faymann zum Bankengipfel. Auf der Agenda steht die Bankensteuer nach Obamas Vorbild. Die Strategie ist offenkundig. Banken, allen voran deren Manager, liegen in der Beliebtheitsskala eher abgeschlagen. Das Budget dürstet nach neuen Einnahmen. Und dank Faymanns Finesse war sein Bankensteuervorstoß Dauerthema der innenpolitischen Debatten.

Damit hat Faymann aber nur einen Teil seines Jobs erledigt. Stellt man das Obama-Modell auf den Prüfstand, so ist eine Nachahmung zumindest gewagt. Denn dass dem US-Präsidenten angesichts von Millionenboni für Banker der Kragen geplatzt war, ist einzusehen. Die US-Banken hatten die Krise zunächst losgetreten, danach vom Staat 700 Milliarden Dollar angenommen – gerne, aber nicht dankend. Sie leisteten keine Zinszahlungen, trugen das Geld dafür aber umgehend erneut in die Finanzkasinos. Obama will zu Recht einen Teil ihres Gewinns abschöpfen. Das ist der erste Haken beim Vergleich mit Obamas Projekt, denn unsere Banken, schuldlos an der internationalen Krise, zahlen einen Anteil vom staatlichen Hilfspaket zurück. Im Vorjahr 300 Millionen Euro, schätzt Banken-Obmann und RZB-Chef Walter Rothensteiner. Das Obama-Vorbild taumelt auch, weil US-Banken Investbanken, heimische Banken aber Kommerzbanken sind. Warum macht das den Vergleich riskant? US-Banken verdienen zu 80 Prozent am Kapitalmarkt, unsere Banken hauptsächlich über Kreditgeschäfte. Die Folge: Eine Bankensteuer würde bei uns Kredite verteuern – und so den Motor der Konjunktur erneut ins Stottern bringen.

Jetzt kann man sich wie die RZB staatlichen Budgetnöten verschließen und ohne Alternativvorschlag gegen die Steuer trommeln. Oder sich wie die Erste Bank mit Ideen einbringen, die das Kreditgeschäft schonen und Spekulanten treffen sollen. Denn die Bankensteuer kommt, so oder so. Faymann steht als Sieger längst fest. Und vielleicht hat er ja sogar das Trumpf-Ass im Ärmel, also ein unangreifbares intelligentes Konzept zur Umsetzung?

10.2.2010 12:42
hary1965, 16. 02. '10 16:57
Kommetar eines Fans?
Es ist wirklich unglaublich toll eine Obama Idee zu kopieren und wahnsinnig klug zu wissen das es dem SPÖ Klientel immer gefällt wenn andere zahlen sollen, darauf wäre jeder gekommen. Aber so klug scheint Frau Duffek nicht zu sein, dass die Rechnung ganz einfach auf jeden Krditnehmer und Kontoinhaber weitergegeben wird, dass hat auch Faymann nicht begriffen das keine Bank der Welt den lieben Faymann fragen wird wer zu guterletzt bezahlt. WAs anderes als neue Steuern fällt diesem Schmalspurpolitiker wohl nicht ein, aber soll sonst weitere Sinnlose Faymannreden finanzieren die außer viel Geld vernichten nur Langweile bringen
eagerbeaver, 17. 02. '10 11:34
Re: Kommetar eines Fans?
ich weiss nicht wo sie leben, aber die regierung kann aber auch den banken verbieten, extra kosten an den kunden weiter zu geben,
die banken können nicht tun und lassen wie sie wollen,
diese banken haben den bogen schon weit überspannt,
und sollten zur ordnung gerufen werden,
dei gesetze wären ja vorhanden, nur tricksen die banken
unsere aufsichtsbehörden immer wieder aus, indem vieles durch die schüsselpartie aufgeweicht wurde.
wir werden ja noch sehen, was alles noch ans tageslicht
kommen wird, je länger schüssel von den machthebeln weg ist, desto mehr wird ans tageslicht kommen,
und faymann hat sicher recht, mit diesen steuern, und insbesondere bei aktiengewinnen
sidestep, 12. 02. '10 13:35
Wo seheh Sie einen Sieg von Faymann?
Eigenartige Ansichten die Sie haben Frau Duffek. Ihr eigenes Blatt NEWS veröffentlicht heute, dass Faymann in ein Popularitätsminus gerutsch ist und Sie sehen eine Sympathieführerschaft des Kanzlers? Vielleicht sollten Sie in Ihren Redaktionskonferenzen sich ein bisschen besser absprechen was veröffentlicht wird und was nicht und sich nicht selbst am selben Tag widersprechen!
brabus, 11. 02. '10 18:16
Bankensteuer ..
.. ist doch nur ein weiteres Loch-auf - Loch-zu Placebo dessen Kosten wir letztendlich selber tragen.
Wie wärs damit, das Spekulantentum (welches zu dieser Krise geführt hat und uns Steuerzahler belastet) massiv einzuschränken, indem zB alle Gewinne aus Börsengeschäften, die über einen bestimmten Prozentsatz (zB 10%) hinausgehen vom Staat abgeschöpft und in Sozialtöpfe eingezahlt werden, die wiederum allen zugute kommen ? Und das weltweit.