Donnerstag, 11. Februar 2010

Lukratives Geschäft mit Sinn für Romantik:
Handel hofft zum Valentinstag auf 23 Mio. €

  • Schenkbereitschaft der Wiener nahezu ungebrochen
  • Schwerenöter greifen vor allem zu Blumen & Süßem

"Blumenhändler müsste man sein", träumt Edwin Neugebauer im Kulfilm "Muttertag". Und an einzelnen Tagen im Jahr dürfte da wirklich etwas dran sein: Denn der Valentinstag wird auch heuer wieder die Kassen klingeln lassen.

23 Millionen Euro will der Wiener Handel im Geschäft mit der Liebe umsetzen. Auch wenn das einen Rückgang von zwei Millionen gegenüber dem Vorjahr ausmacht, darf man wohl jetzt schon urteilen, dass der Sinn fürs Romantische bei Wienern und Wienerinnen ungebrochen ist.

So planen 51 Prozent am 14. Februar, ihren Liebsten Blumen, Schokolade oder sonstige Überraschungen zu überreichen. Besonders willig sind heuer die männlichen Wiener: 57 Prozent planen ein Präsent ein, wohingegen bei den Wienerinnen lediglich 44 Prozent zur Brieftasche greifen. Auch geben die Männer mit 37 Euro deutlich mehr für die Präsente aus als die Frauen, die hierfür 29 Euro übrig haben. Das ergibt einen Gesamtschnitt von 33 Euro pro Person.

Besonders krass wird der Unterschied bei denjenigen Männern, die nicht eine potenzielle Liebhaberin beeindrucken wollen, sondern sich bereits in einer Beziehungen befinden: Hier wollen 89 Prozent ihre Partnerin beschenken, während von den Angebeteten lediglich 42 Prozent ins Geschäft schreiten. Dafür beschenken 44 Prozent der Frauen zum Valentinstag ihre Kinder und immerhin noch 22 Prozent ihre Freunde. Für die Schwieger- und Großeltern oder die Geschwister können sich am 14. Februar hingegen nur 2 Prozent geschenklich erwärmen.

Ungebrochener Ansturm auf Blumen
Und was kaufen die Schwerenöter? Vor allem Blumen! 69 Prozent der Wiener wollen zu roten Rosen, Nelken & Co greifen. Valentinsgrüße aus Schokolade haben immerhin 25 Prozent auf ihrer Einkaufsliste, Theaterkarten und Einladungen zum romantischen Dinner wählen immerhin sieben Prozent. Kleider, Kosmetika, Genussmittel, Gutscheine, Stofftiere und Schmuck können für den Valentinstag ebenso auf eine größere Nachfrage hoffen.

Auf den Ansturm auf Blumen haben sich Gärtner und Floristen längst vorbereitet. Ein Großteil der Zierpflanzen stamt aus Österreich, wo 20 Millionen Blumen gezüchtet werden. Aber auch aus Südamerika werden Millionen von Schnittblumen importiert - teils auf Kosten der Arbeiter, wie die Menschenrechtsorganisation FIAN erinnert. „Wer zum Valentinstag Blumen nicht auf Kosten der Arbeiterinnen verschenken will, sollte beim Kauf unbedingt auf seriöse Gütesiegel achten, etwa FLP oder FAIRTRADE.“, rät daher Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer.
(apa/red)

11.2.2010 14:27