'Warum ihr schuftet, aber wir reich werden':
Banker Hörhan beschimpft die Mittelschicht
- FORMAT: 34-jähriger Investment-Punk ohne Mitleid
- Bloße Verachtung für die geschundene Mittelschicht
·'Warum ihr schuftet, aber wir reich werden'
Buch: Investmentbanker
beschimpft Mittelschicht
·Satte Managerlöhne
dank Staatsmilliarden
Bank of America und AIG
werfen mit Geld um sich

Der Investmentbanker Gerald Hörhan beschimpft in seinem Buch Investment Punk höchst unterhaltsam die Mittelschicht: Sie sei in ihrem Konformismus selbst schuld an ihrem Elend.
Er ist 34, fährt schnelle Autos, hat ein Büro am Stephansplatz und jongliert als selbständiger Investmentbanker mit Millionen: Gerald Hörhan gehört zu den bösen Buben der Wirtschaftskrise, und er ist stolz darauf. Sein Buch Investment Punk, das diese Woche erscheint, ist eine Schmähschrift gegen die Mittelschicht: Denn nicht die Investmentbanker seien schuld daran, dass die Masse immer ärmer wird sondern die Mittelschicht selbst, deren mangelndes ökonomisches Verständnis sie in ein Hamsterrad der ständigen Ausbeutung zwinge.
Kein Mitleid
Hörhan hat also für die gebeutelte Mittelschicht kein Mitleid, dafür aber viel Verachtung übrig. Der Investmentbanker stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, studierte in Harvard Mathematik und arbeitete bei KcKinsey und bei J.P. Morgan in der Wall Street, bevor er sein eigenes Corporate-Finance-Unternehmen Danube Finance Group gründete. Im Inneren ist er ein Punk geblieben: Manchmal tauscht er den Nadelstreif gegen Kapuzenshirt und Springerstiefel und fährt auf ein Punk-Festival. Seinen Erfolg erklärt er genau mit dieser Haltung: Nie dem System glauben, sondern es austricksen. Im Unterschied zu echten Punks verfolgt Hörhan dabei ein klares Ziel: Geld machen und daraus noch mehr Geld.
Doch da Geld allein nicht glücklich macht und Hörhan sich wohl auch nach ein bisschen gesellschaftlicher Anerkennung sehnt, schenkt er der Mittelschicht in seinem Buch seine wichtigsten Regeln für das Reichwerden. Die lauten: Man darf nicht dauerhaft mehr ausgeben als einnehmen. Konsumschulden sind der direkte Weg in die moderne Sklaverei. Man muss von Profis lernen. Man darf nichts kaufen, das man nicht versteht. Hände weg von Vermögensberatern: Wenn die wüssten, wie man ein Vermögen macht, hätten sie einen ande-
ren Job. Und das Wichtigste: Niemals tun, was alle tun. Denn wer reich werden will, muss ein Punk sein. Lesen Sie auf der rechten Seite einen Vorabdruck.
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