Landesweite Streiks lähmen Griechenland:
Gewerkschaft protestiert gegen Sparpläne
- Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein
- Ministerien, Ämter, Schulen und Spitäler bestreikt

·Wird Euro in Athen
zu Grabe getragen?
Schuldenberg gefährdet
Europas Einheitswährung
·In Athen gibt jetzt
Brüssel den Ton an
Griechisches Budgetloch
gefährdet Euro-Stabilität
·Griechisches Defizit höher als erwartet
Minus von 12,7 Prozent wird noch übertroffen
·In Griechenland
steht die Zeit still
Landesweite Streiks
gegen Sparprogramm
Aus Protest gegen die angekündigten Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Budgetkrise in Griechenland haben tausende Staatsbedienstete die Arbeit niedergelegt. Zu dem Streik hatte die Beamtengewerkschaft Adedy aufgerufen, die rund 300.000 Mitglieder hat. Die Gewerkschaft prangerte die Sparmaßnahmen der Regierung in Athen an, zu denen Nullrunden bei den Beamtengehältern und ein Einstellungsstopp im Öffentlichen Dienst zählen; dies seien "ungerechte und unwirksame Opfer". Im Zentrum von Athen ist die Bereitschaftspolizei mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen.
Einige Protestierende hätten die Sicherheitskräfte daraufhin mit Steinen beworfen, teilte die Polizei mit. Zu dem Zwischenfall sei es gekommen, als Mitarbeiter der Müllabfuhr mit ihren Lastwagen durch eine Polizeiabsperrung gefahren seien, um sich an den Protesten zu beteiligen. Die Auseinandersetzungen seien inzwischen wieder beendet.
Streiks in allen Behörden
Gestreikt wird derweil in Ministerien, Finanzämtern und in Regionalregierungen. Auch Lehrer und Professoren an Schulen und Universitäten legten die Arbeit nieder. In den Krankenhäusern wurde nur ein Notdienst aufrechterhalten.
Da auch die Fluglotsen streiken, wurde der Luftraum über Griechenland für 24 Stunden geschlossen. Gestrandete Reisende gab es jedoch kaum, da die Fluglinien rechtzeitig ihre Kunden benachrichtigen konnten, berichteten Reporter vom Flughafen der griechischen Hauptstadt.
Der sozialistische griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou wird noch heute in Paris den Sparkurs seiner Regierung vorzustellen. Die EU hat Griechenland eindringlich aufgefordert, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um das Budgetdefizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einzudämmen - der Stabilitätspakt für den Euro sieht eine Obergrenze von 3,0 Prozent vor. Die Kurse der griechischen Staatsanleihen haben am Mittwoch angesichts zunehmender Hoffnungen auf EU-Hilfe für Griechenland kräftig zugelegt.
(apa/red)
