Heimische Wirtschaft macht erneut schlapp:
Von Wachstumsdynamik ist wenig zu sehen
- Jahresende enttäuscht mit Rückgang des Wachstums
- Ernüchterung auch bei den europäischen Nachbarn

Österreichs Wirtschaft kommt einfach nicht in Tritt: Nach einem Plus von 0,5 Prozent im dritten Quartal hat sich das Wirtschaftswachstum gegen Jahresende erneut eingebremst. Im vierten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um nur mehr 0,4 Prozent. "Damit verstärkte sich die Wachstumsdynamik vorerst nicht weiter", so das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo. Insgesamt ist die Wirtschaft im Gesamtjahr 2009 um 3,6 Prozent geschrumpft.
Die Erholung des Welthandels hat die österreichische Exportwirtschaft belebt, zum Jahresende wuchs der Sektor noch um 1,5 Prozent. Am stärksten hat von der Verbesserung der Zahlen im zweiten Halbjahr 2009 die Sachgütererzeugung profitiert. Nach dem Einbruch im ersten Halbjahr 2009 blieb man dort auf Wachstumskurs, die Wertschöpfung ist im Winter 2009 um 1,4 Prozent im Quartalsvergleich gestiegen, erläutert das Wifo in seiner Schnellschätzung.
"Pakete entfalten mehr und mehr ihre Wirkung"
Der Import wuchs im vierten Vierteljahr gegenüber einer relativ hohen Vergleichsbasis um nur 1 Prozent. "Weiterhin stützt der Konsum die Konjunktur", schreibt das Wifo. Saison- und arbeitstagsbereinigt erhöhten sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte zu Jahresende real um 0,3 Prozent, ebenso stark wie in den beiden Quartalen zuvor: "Zwar verschlechterte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich, doch entfalten die Konjunktur- und Arbeitsmarktpakete mehr und mehr ihre Wirkung", meint man im Wifo.
Europas Wirtschaft lahmt
Auch auf europäischer Ebene macht sich Ernüchterung breit: Die 16 Volkswirtschaften der Eurozone sind im vierten Quartal des Jahres 2009 nur mehr um 0,1 Prozent gewachsen - ein klarer Rückfall gegenüber den 0,4 Prozent des dritten Quartals. Im Gesamtjahr 2009 rechnet man auf Basis von Schnellschätzungen mit einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4 Prozent.
Besonders deutlich schwächten sich die Werte in Deutschland ab, wo das BIP zum Jahresende stagnierte. Im dritten Quartal war die deutsche Volkswirtschaft noch um 0,7 Prozent gewachsen.
(apa/red)

