Peter Pilz lässt Akte Mensdorff keine Ruhe:
"Es stellt sich die Frage der Bestechung"
- Kritik an Beratungstätigkeiten für Telekom und OMV
- Mensdorff sei "Geflügelzüchter", kein Branchenkenner
·"Politik soll sich aus der Justiz raushalten"
Mensdorff-Pouilly im NEWS-Exklusivinterview
·Mensdorff-Pouilly: Das ist seine Rückkehr
Die NEWS-Exklusivfotos vom Flughafen in Graz
·Mensdorff-Pouilly zurück in Österreich
NEWS: Waffenlobbyist
will Unschuld beweisen
·"Österreich ist hier völlig frei zu handeln"
Mensdorff-Verfahren soll nicht eingestellt werden

Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz nimmt nun wieder die Beratungstätigkeiten von Alfons Mensdorff-Pouilly für die OMV sowie die Telekom Austria (TA) ins Visier. Bei einer Pressekonferenz stellte er in den Raum, ob diese Geschäftsbeziehungen nicht bloß "Tarnung" für Bestechungsvorgänge gewesen sein könnten. Es handle sich seinen Informationen zufolge immerhin um "Millionenbeträge".
OMV und Telekom hatten bereits im Vorjahr, als Pilz das Thema erstmals aufs Tapet gebracht hatte, Geschäftsbeziehungen zu Mensdorff bestätigt. Für die OMV war er demnach ab 2004 rund drei Jahre lang tätig und analysierte Märkte in Zentral- und Osteuropa sowie mögliche Firmenzusammenschlüsse, geht auch aus einer von Pilz vorgelegten Stellungnahme des Konzerns hervor. Für die Telekom Austria war Mensdorff-Pouilly ebenfalls mit Analysen, und zwar in Hinblick auf Akquisitionen im Festnetzbereich, tätig. Bei der Staatsanwaltschaft seien die entsprechenden Zahlungen Gegenstand der Ermittlungen in der Causa Mensdorff, hatte es 2009 seitens der Behörde geheißen.
"Geflügelzüchter" als Branchenkenner?
Pilz bezweifelt indes, dass der Graf für solche Aufgaben überhaupt qualifiziert ist. Immerhin sei Mensdorff-Pouilly "Geflügelzüchter und Bauer", feixte er und hielt passend dazu ein küchenfertiges Bio-Hendl in die Kameras. Da Mensdorff weder Profi in Sachen Ölförderung noch im Telekom-Bereich sei, stelle sich die Frage, ob die Beratungstätigkeit ein "Schwindel" gewesen sei. "Dann stellt sich die Frage der Bestechung", so der Grüne.
Pilz will nun von Finanzminister Pröll wissen, wie viel die beiden Unternehmen an Mensdorff, Ehemann der ÖVP-Politikerin Rauch-Kallat, gezahlt haben, was er dafür geleistet hat, ob Mensdorff "Entscheidungsträger bestochen" habe und ob bei einem angeblichen Jagdtermin auch Beamte oder Politiker teilgenommen haben.
(apa/red)

