Donnerstag, 11. Februar 2010

Peter Pilz lässt Akte Mensdorff keine Ruhe:
"Es stellt sich die Frage der Bestechung"

  • Kritik an Beratungstätigkeiten für Telekom und OMV
  • Mensdorff sei "Geflügelzüchter", kein Branchenkenner

Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz nimmt nun wieder die Beratungstätigkeiten von Alfons Mensdorff-Pouilly für die OMV sowie die Telekom Austria (TA) ins Visier. Bei einer Pressekonferenz stellte er in den Raum, ob diese Geschäftsbeziehungen nicht bloß "Tarnung" für Bestechungsvorgänge gewesen sein könnten. Es handle sich seinen Informationen zufolge immerhin um "Millionenbeträge".

OMV und Telekom hatten bereits im Vorjahr, als Pilz das Thema erstmals aufs Tapet gebracht hatte, Geschäftsbeziehungen zu Mensdorff bestätigt. Für die OMV war er demnach ab 2004 rund drei Jahre lang tätig und analysierte Märkte in Zentral- und Osteuropa sowie mögliche Firmenzusammenschlüsse, geht auch aus einer von Pilz vorgelegten Stellungnahme des Konzerns hervor. Für die Telekom Austria war Mensdorff-Pouilly ebenfalls mit Analysen, und zwar in Hinblick auf Akquisitionen im Festnetzbereich, tätig. Bei der Staatsanwaltschaft seien die entsprechenden Zahlungen Gegenstand der Ermittlungen in der Causa Mensdorff, hatte es 2009 seitens der Behörde geheißen.

"Geflügelzüchter" als Branchenkenner?
Pilz bezweifelt indes, dass der Graf für solche Aufgaben überhaupt qualifiziert ist. Immerhin sei Mensdorff-Pouilly "Geflügelzüchter und Bauer", feixte er und hielt passend dazu ein küchenfertiges Bio-Hendl in die Kameras. Da Mensdorff weder Profi in Sachen Ölförderung noch im Telekom-Bereich sei, stelle sich die Frage, ob die Beratungstätigkeit ein "Schwindel" gewesen sei. "Dann stellt sich die Frage der Bestechung", so der Grüne.

Pilz will nun von Finanzminister Pröll wissen, wie viel die beiden Unternehmen an Mensdorff, Ehemann der ÖVP-Politikerin Rauch-Kallat, gezahlt haben, was er dafür geleistet hat, ob Mensdorff "Entscheidungsträger bestochen" habe und ob bei einem angeblichen Jagdtermin auch Beamte oder Politiker teilgenommen haben.

(apa/red)

11.2.2010 12:53
mr.sauer, 11. 02. '10 22:21
Apropos
Beratungstätigkeiten. Hat auch nicht Ex Kanzler Vranitzky ein kleine s Honorar vom Hr. Elsner (einem Bankfachmann) bekommen bei der € Einführung. Keine Entschuldigung für den Grafen, aber die da oben schieben doch die Milliönchen hin und her. Was schrieb schon Shakespeare? WIE ES EUCH GEFÄLLT
Dantine, 11. 02. '10 17:24
PP
Sagt einmal, kann man den Pilz net amal ruhig stellen?
In der ganzen Zeit als Parlamentarier hat er nichts gemacht, als "Untaten" aufdecken - bei den meisten fällt er sowieso auf die Nase und der andere Tei ist so unnötig, wie sein BIO-Henderl!
Apropos: Hat der Pilz schon einmal mit eigener Arbeit Geld verdient?
Besagter Graf schon, man mag über seine Arbeit denken, wie man will!
hary1965, 11. 02. '10 16:16
Wichtig für die Demokratie
Auch wenn ich selten mit den Grünen einer Meinung bin, aber diesbezüglich zeigt sich das auch die Grünen auch ihren Platz in der Politik haben sollen. Es ist wirklich fragwürdig was dieser Graf überhaupt für Qualifikationen hat außer eine Beziehung zu einer ÖVP Politikerin. Ist es so dass dies für alle Arten von Beratungen (natürlich in Staatsnahen Unternehmen, wo der Steuerzahler zahlt) egal in welchen Bereich die richtige Qualifikation ist? während hochqualifizierte Menschen zu keinen Aufträgen kommen, wenn sie eben zwar fachlich richtig liegen aber nicht politisch? Es wird wirklich interessant was die Staatsanwaltschaft dazu sagt, und ob solche Leute in Österreich machen können was sie wollen und ständig das Steuergeld der anderen Straffrei abräumen können
brabus, 11. 02. '10 13:51
Geflügelzüchter
Pilz hat wieder einmal die richtigen Fragen gestellt, mal sehen wie die Antworten ausfallen. Ansonsten können ja andere Tierzüchter versuchen, sich auch als Berater zu etablieren ....