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13.2.2010 12:48

Schwarzer Freitag für Rodelsport: Todes-
Sturz trotz hoher Sicherheitsstandards

  • Diskussion nach tödlichem Unfall eines Georgiers
  • Auch Geschwindigkeitslimit laut Prock keine Garantie
    Kumaritaschwili verunglückte in der letzten Kurve

Der tödliche Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili hat nicht nur die Beteiligten aus dem Rodler-Lager geschockt. ÖRV-Sportdirektor Markus Prock und Cheftrainer Rene Friedl waren sich dennoch einig, dass die Sicherheitsstandards in ihrem Sport hoch seien. Auch auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler, wo Stürze zwar häufiger sind als in anderen Eiskanälen, aber bis Freitag recht glimpflich verliefen.

Kumaritaschwili hatte in der vom Weltverband für kleine Verbände eingerichteten Rodelschule trainiert, die vier Trainer beschäftigt und auch einen Spezialisten für das Material. Er hat erst wenige Einsätze im Weltcup absolviert, im Training in Whistler aber auch recht gute Fahrten gezeigt.

Doch im letzten Lauf des Abschlusstrainings unterlief dem 21-Jährigen bei hohem Tempo von mehr als 140 km/h in der vorletzten Kurve ein schwerer Fahrfehler, nach dem er keine Chance hatte, zu reagieren. Er wurde in der Steilkurve an die obere Begrenzung gedrückt, nach unten geschleudert und schließlich unmittelbar vor dem Ziel aus der Bahn katapultiert. Wären dort hohe Begrenzungen angebracht gewesen, hätte er wohl überlebt.

Dass an dieser Stelle jemand aus der Bahn stürze, sei nach menschlichem Ermessen unvorstellbar gewesen. "Die Bahnen sind so gebaut, dass niemand rausfallen kann. Aber nie gibt es anscheinend nicht", erklärte der ebenfalls tief betroffene Prock. Nach den kanadischen Behörden hat auch der Rodel-Weltverband (FIL) eine Untersuchung über den tödlich verlaufenen Unfall eingeleitet.

Kritik an hohem Tempo
Das hohe Tempo auf der neuen, erst 2007 fertig gestellten Bahn hatte von Beginn an Anlass zu Kritik gegeben. Darauf hatte man reagiert. "Nach den Homologierungsfahrten und den Trainingswochen wurden mehrere Adaptierungen vorgenommen", sagte Friedl. Und Prock meinte, dass im Rennsport ein Restrisiko von einigen Prozent nie auszuschließen sei.

Schon vor dem Unfall des jungen Georgiers hat der Weltverband Beschränkungen für künftige Projekte beschlossen. Sotschi wollte laut Prock für die Winterspiele 2014 eine noch schnellere Bahn bauen, doch da wurde ein Riegel vorgeschoben. 130 km/h wurden als das Maximum festgeschrieben.

Prock begrüßte dieses Limit, doch das sei keine Garantie, dass ein Fahrfehler nicht neuerlich fatale Folgen haben könne. "Auch bei 130 km/h kann viel passieren", sagte der zehnfache Rekord-Weltcupsieger. Stürze seien in dieser Sportart nicht ungewöhnlich, man müsse aber die Sicherheitsstandards auf der Bahn auf ein Niveau bringen, dass nach menschlichem Ermessen nichts passieren könne.

"Eine ganz traurige Geschichte"
"Es ist eine ganz traurige Geschichte. Ich habe es gesehen, wie sie probiert haben, ihn zu reanimieren. Ich habe Gott sei Dank den Unfall nicht gesehen. Mir ist es sehr nahe gegangen", meinte Neuner. Traurig findet sie auch, in welche Richtung sich der Rodelsport entwickelt hat. "So etwas darf eigentlich nicht mehr passieren."

Die Bahn im Whistler Sliding Centre sei zwar toll. "Es ist eigentlich eine schöne Bahn, nur halt leider mit kleinen Tücken." Nahe gegangen ist es freilich auch den ÖRV-Starterinnen Veronika Halder und Nina Reithmayer, die sich dann aber doch auch zwecks Ablenkung zur Teilnahme an der Eröffnungsfeier in Vancouver überreden ließen. "Ich weiß, dass Veronika den Unfall während des Krafttrainings mitverfolgt hat und sicher ziemlich schockiert war, ihr ist es sehr nahe gegangen. Aber die Trainer waren dann gleich da und haben mit ihnen geredet."

(apa/red)

13.2.2010 12:48
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